Archiv für Juni 2007

Kritik: Smiley Face

USA 2007
Start: xx.xx.07

Smiley Face

Regie: Gregg Araki
Drehbuch: Dylan Haggerty
Darsteller: Anna Faris, Adam Brody, John Cho, David Goldman, Michael Hitchcock, Danny Masterson, Jane Lynch, Marion Ross, Danny Trejo

4/10 Punkte

Kritik: Schockierende Tatsache: Independent ist mehr denn je verwerflich hollywoodesk geworden. Irgendwo dahergelaufen dachte Gregg Araki (mit „Mysterious Skin“ in der Spur noch unabhängig) daran, die abgesunkene Kiffer-Komödie ein letztes unersetzliches Mal und in voller witzloser Fahrt wiederzubeleben und sich gänzlich für die Vielfalt der Potheads, wie das Englische so schön vorschreibt, zu begeistern. Im Faktum deutet das Ergebnis im versauten „Smiley Face“ auf einzig für jene Kiffer begeisterungsfähige Kost hin, die im Rausch ein beliebtes Spaßpendant zu ihrer eigenen sinnlosen Tätigkeit und verschwommenen Realitätswahrnehmung im augenrollenden Zyklus erleben werden. Alle Anderen, noch klar sehend und denkenden greifen sich bemüht an den Kopf vor solch dumpfer und größtenteils erbärmlicher Struktur, in der ausnahmsweise eine Frau die falschen Muffins verdrückt und einen Tag völlig neben der Spur steht.

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Kritik: Delirious

USA 2006
Start: xx.xx.07

Delirious

Regie: Tom DiCillo
Drehbuch: Tom DiCillo
Darsteller: Steve Buscemi, Michael Pitt, Alison Lohman, Marcus Collins, Kevin Corrigan, Joe D’Onofrio, Billy Griffith, Elvis Costello, Melissa Rauch, Richard Short

8/10 Punkte

Kritik: Aufschlag, Start-Ziel-Sieg. Lehr gezogen von halbgaren Komödien-Anwärtern ist das herrliche Land des Kinos immer auf den nächsten absurden Erfolg aus, schreibt Drehbücher im Fortsetzungswahn, bezahlt Millionen für teilnehmende Megastars und erzählt die witzigen Eigenarten und Tragödien seiner Hauptdarsteller. Die Komödie ist nicht mehr, was sie einmal war, sie amüsiert nicht mehr, sie bringt keine neuen Ideen, ihr Grundgerüst zur Unterhaltung ist verfallen. Erst die Mannen Tom DiCillo und Steve Buscemi bimmeln wieder mit den Lockstoffen einer kleinen, satirischen Komödienmischung, die von mehreren Regisseuren im unlauteren Wettbewerb entweder versauert oder tyrannisch missgestaltet worden wäre. Insgeheim bleibt sie beileibe immer die inoffizielle Nachfolge des größten Filmmacherfilms aller Zeiten „Living in Oblivion“, doch „Delirious“, der Titel ist Programm, schlägt außer sich vor Paparazzizorn, kratzt gewieft und ohne falsches Mitleid an der Oberfläche der Klitzerwelt im schreienden Bass seines Schnellfotofritzen.

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Kritik: Frownland

USA 2007
Start: xx.xx.07

Regie: Ronald Bronstein
Drehbuch: Ronald Bronstein
Darsteller: Dore Mann, Paul Grimstad, David Sandholm, Carmine Marino, Paul Grant, Mary Wall

1/10 Punkte

Kritik: Entfällt. Offiziell ist es eine Schande in jedem Falle eine Kritik über einen Film zu erwarten, der erst gar keine Berechtigung erhalten sollten, in jeglicher Form die Lichtspielhäuser oder Fernsehapparate zu beleuchten. Es ist eine Zwangsmaßnahme Zuschauer, Journalisten, die Welt für zwei Stunden in ein grausames Fragment schlechten filmischen Glaubens entführen zu wollen und dato im Nachhinein der Erwartung beizupflichten diesem Independentfilm eine positive Stellungnahme abzuringen. Es mag sich um eine internationale Premiere gehandelt haben, mehr als ein Dutzend Zuschauer, in den meisten Fällen ein schönes Bändchen tragend, ließen sich von dieser Tatsache im Übrigen zum Glück davon nicht abbringen den Saal mitten, meist nach einer Stunde Spielzeit, zu verlassen. „Frownland“ ist ein Stück Zeit und Filmgeschichte, dass schon während dem Genuss gerne vergessen werden möchte und die nächst beste Schublade im Wirbel von Schmierblättern in Angriff nehmen sollte.

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Grußandenken Live

Frau Soraly bloggt live, vollkommen live vom Ball, vom Filmfest-München. Gemütlich rekelt sie sich momentan, in Vorbereitung auf ihren nächsten Film, Mika Kaurismäkis „Sonic Mirror“, im Gasteig, bis sie dann endlich Einlass in den Carl-Orff-Saal finden darf. Hervorragend darf angemerkt werden: die Verbindung steht 1a und ohne Schnörkel kostenlos zur Verfügung, nennt sich bereitwillig sogar „Filmfest-Openaccess“. Das freut Frau Soraly und ihre fleißige Kritikerhand, die gerade an „Mirikitanis Katzen“ und „Frownland“ ihre unschuldigen Finger auslässt.

Kritik: Amazing Grace

USA, Großbritannien 2006
Start: xx.xx.07

Amazing Grace

Regie: Michael Apted
Drehbuch: Steven Knight
Darsteller: Ioan Gruffudd, Romola Garai, Albert Finney, Benedict Cumberbatch, Michael Gambon, Rufus Sewell, Youssou N’Dour, Ciaran Hinds, Toby Jones, Jeremy Swift, Bill Paterson

7/10 Punkte

Kritik: In Jahren vor „Shakespeare in Love“, großen idealistischen Kostümschinken wäre die alte Schule von „Amazing Grace“ womöglich zu Ruhm und Prunk aufgestiegen, hätte einige Auszeichnungen gewonnen, Bekanntheit und ein Denkmahl für William Wilberforce, den Verfechter gegen Sklaventum, geschaffen. Heutzutage ist die Arbeit hinter werktreuen Geschichtsstunden schmal geworden und zu mühevoll und aufwendig, als das es sich in Hinblick auf Besucherzahlen rentieren könnte einen derartigen Film in die Säle und Häuser der bekannten Schauspielhäuser zu manövrieren. Ein Land ohne Rückzieher in dieser Beziehung wird bis in die morgigen Stunden Großbritannien bleiben, angereichert in altbekannten Traditionen und dem Willen die eigene Geschichte in allen Hinsichten auf die Leinwand zu beschwören. Vergangenheit beschwört Tugenden, gute und erwürdige, in die Köpfe der Menschen, so sollte das Kino tanzen mit den machtvollen Figuren, die ehemals wahre Helden repräsentierten, eigenes Leben und Tragen einer Gesamtheit opferten.

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