Gedanken können sprechen. Oder wahr werden. Unter einer ihrer neusten Verlinkungen findet sich die spanische Experimentell-Seite „Pristina – Everything Design“. Der erste Clou: Frau Soraly kann kein Spanisch. Zweiter Clou: Frau Soraly kann nicht mal teilweise oder ein bisschen Spanisch, obwohl sie durchaus ein Talent für Sprachen besitzt. Besonders Englisch, wobei das heutzutage kein Talent mehr ist. Bei Grafiken allein ist das Problem dann schon aufgehoben. Wobei: auch dann nicht.
Soeben blickte sie wieder zu dieser Kuriositätensammlung und fand ein Poster oder ein Motiv oder sonst was. Nebenstehend zu betrachten. Und sofort kam ihr der Gedanke: Jep, das muss für einen Film verwendet werden. Date-Movie, absolut. Irgendwie intelligent gemacht. Witzig, skurril, peppig. In der Art von „Secretary“. Leicht sadistisch. Frau Soraly wusste natürlich auch nicht, was dieses „Wychowanie panien w Czechach“ bedeutet. Immer noch nicht. Sie weiß aber: Blöderweise ist das schon ein Filmplakat. Hollywood, Remake anyone?


Ich hatte mal ein Semester polnisch und hab’s als polnisch erkannt. Heißt irgendwas in die Richtung: Mädchenerziehung in Böhmen?
Wörtlich übersetzt sagt es “Frauenerziehung in der Tschechai” – aber “panien” bzw der nominativ singular “panna” (’pan-na’ gelesen), obwohl mit “Dame” zu übersetzen, ist die läufigste Bezeichnung einer Prostituierten in Polen
“Schlampenerziehung” wäre imho die passendste Übersetzung
Ich dachte mir schon, dass das irgendwas verwerfliches ist
.
Das Poster finde ich übrigens zum Niederknien – was für eine Symbolgewalt!
Es bereitet mir immer noch leichte Sorgen, dass ich als erstes Frau Langbein gesehen habe und nicht Herrn Schreibfeder.
Hmm, ich schau’ mal, ob ich über meine polnische Verwandtschaft an den Streifen rankomme
Jetzt fängt auch der an, mich zu interessieren
Es handelt sich um ein polnisches Plakat für einen tschechischen Film von 1997. Die DVD gibt’s in der Tschechei mit englischen Untertiteln. Die literarische Vorlage ist von Michal Viewegh und existiert auf deutsch: “Erziehung von Mädchen in Böhmen”.
Ich danke vielmals, Georges. Obwohl ich von der sterotypen Geschichte eher abgeschreckt bin. Aber Bücher sind bekanntlich nicht so teuer, als dass ein Abstecher sich nicht lohnen würde.
Unbezahlbar teuer hingegen sind polnische Filmplakate, da sie schon seit langem eine Kunstform für sich darstellen. Sattsehen kannst Du dich hier: – http://www.agrayspace.com/posters/ – Ach, wären diese Bilder doch Hi-Res, was könnte man da drucken und einrahmen…
Die Poster sind natürlich allesamt unheimlich schnieke. Einen Hauch von Noir und schon ist ein Meisterwerk geschaffen.
Lohnt sich ein Besuch in Polen also doch noch
(diese Vorurteile immer, ne ne).