Archiv der Kategorie 'Film'

Gewinnspiel: 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

Die Studentinnen Otilia und Gabita teilen ein Zimmer im Wohnheim einer kleinen Stadt in Rumänien. Das kommunistische Regime unter Ceausescu liegt in den letzten Zügen. Der Alltag ist für die Menschen täglich eine neue Herausforderung, schon das Anmieten eines Zimmers in einem Hotel ein schwieriges Unterfangen. In einem Hotelzimmer erwarten die beiden Freundinnen einen gewissen Mr. Bebe. Gabita ist schwanger, Abtreibung in Rumänien illegal – und die jungen Frauen, die keine Ahnung haben, was in einer solchen Situation zu tun ist, schlittern in ein Fiasko.

Das Drama „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ des Rumänen Cristian Mungiu gewann bei den diesjährigen internationalen Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme und tritt bei der Oscarverleihung 2008 als Kandidat für den „Besten fremdsprachigen Film“ an.

In Kooperation mit „Concorde Filmverleih“ verlost „CeReality“ zum Kinostart von „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ am 22. November 2007 2 x 2 Freikarten.

Um zu den glücklichen Gewinnern zu gehören benötigt ihr lediglich ein paar weihnachtliche Adventssterne oder auch einfach ein bisschen Zimtgeriesel vom Weihnachtsmannmobil. Bleiben die Geschenke bis zum heiligen Tag verschlossen, mag auch einfach die Beantwortung folgender Frage den Weg zum nächsten Heilpraktiker einleiten:

„Bei welchem Filmfestival stellte sich Cristian Mungiu 1999 erstmals dem deutschen Publikum vor?“

Die Antwort bitte in das Kontaktformular eintragen. Entsprechend richtige Antworten kommen in die Lostrommel und werden bis zum Einsendeschluss am 21. November um 16:00 Uhr ordentlich durchgenudelt.

Kontakt und Teilnahmebedingungen »

Mahnmal Antikriegsfilm

Antikriegsfilm

Einem Momentum kommt es gleich, leichten Fußes und großer Wörter, viel diskutabler Dialoge, unzähliger Sprachen, als wäre es international, weltweit ein Gesprächsstoff für die Menschheit. In Hollywood heißt es 2007 nur Antikriegsfilm – das ist ein Wort, schön aus Krieg und Fiktion gesponnen und wirtschaftet seiner Bedeutungslosigkeit einfach entgegen. Denn schließlich heißt es „Anti“; und ehrlich aufgefasst kann „Anti“ wohl kaum schlecht oder verwerflich daher kommen. Wenn nur nicht ein Gewerbe jenem Anti-Bedeutungslosen-Mischmasch aus der Provinz amerikanischer Filmschaffender den Stempel „Anti“ aufdrücken würde, einfach eines Statements, einer Meinung wegen, obgleich der Farce zugetan, dass ein einfaches Präfix den Sinn des nachher gehenden Wortes entblößt.

Den ganzen Artikel lesen »

Kritik: Abbitte

Atonement
Großbritannien, Frankreich 2007
Start: 08.11.07

Abbitte

Regie: Joe Wright
Drehbuch: Ian McEwan, Christopher Hampton
Darsteller: Keira Knightley, James McAvoy, Romola Garai, Saoirse Ronan, Brenda Blethyn, Vanessa Redgrave, Juno Temple, Alfie Allen, Michelle Duncan, Benedict Cumberbatch

8/10 Punkte

Kritik: Eine Flucht sollte es sein, eine Freiheitsbekundung, ein süßes Seufzen hinaus in Wald und Wild, während ihre Lippen vor wildem Verdruss kleben. Doch im wütenden stieren der Sonne 1935 ist es ein Akt der Gewalt, viel mehr Schmach als Demut, den die dreizehnjährige Briony (Saoirse Ronan) auserkor, ihr Theaterstück zu komplettieren. Ein anderer Blickwinkel befällt ihr Herz in Eifersucht – einfach ein Malheur des Schattens, der verdrehten Apokalypse von Perspektive und mannigfaltigem Schein. Alsda Brionys wunderschöne Schwester Cecilia (Keira Knightley) am Brunnen mit Robbie (James McAvoy), dem Sohn der Hausverwalterin, steht, befällt sie einfach eine Tugend, die in Sünde wandelt, bis sie in Sühne vollendet stirbt. Cecilia steht halbnackt im Wasserbad, mit nichts als einem Hauch Stoff bekleidet, der halbherzig ihre Scham versteckt; Robbie vor ihr, des Begehrens wild. Während des nächtlichen Festes kollabiert die Handlung schnell ungestümer Liebschaft in einer fahrigen Erotik in der Bibliothek, als im Wald wenig später ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt wird. Briony, noch traumatisiert von den Geschehnissen des Tages wandert mit Taschenlampe und schnelllebiger Gedankenkonstruktionen herum, sieht plötzlich auf einer kleinen Lichtung zwei Menschen wälzen, erschrickt, schreckt den Schänder auf … und meint Robbie erkannt zu haben.

Die ganze Kritik lesen »

Poster: Cassandras Traum

Cassandras Traum

Vergrößerte und vor allem komplette Darstellung auf den Klick.

Ein Traum von Hochhäusern, bedeutungslos in der Ferne schwebend, ein Traum von Menschen, klein zwar, aber in Massenströmen, wie Ameisen, die alles Land einnehmen. Es gehörte nicht viel hinzu, Woody Allen sein verliebtes Monopol Manhattan abzukaufen, noch weniger seiner Bebilderung des schwarzgrauen Alltags doch selbstverliebter Poesie, den schütteren Witz hagerer Gestalten, wallender Ironie und Sarkasmus. Woody Allen war dieser Jemand, wahrscheinlich der einzige jemals, ohne ein Faible eigentümlicher Massenkompatibilität, der tatsächlich dem Massengeschmack entsprach – und doch nicht. Seine Filme gehören zu den Hoheliedern der Komödie, eigenwillig, unterschwellig mit einem Hauch Tiefsinn, interessanter Themenwelten. Doch die Wandlung stach ins Auge: „Match Point“. Der Nachfolger dagegen: „Cassandras Traum“. Beide erklingen wie Schwerelieder unfassbar simpel gestrickt aus der bloßen Überzeugung des schlichten, einfachen, das sachte klingt, aber umso erschütternder seinen Wiedergänger findet. „Cassandras Traum“ ist Thriller, Brüdermär, ein Spiel in Liebe, Hass, Intrigen, Familie, Blut. Blut ist Blut. Ab 3. Januar 2008 im Kino.

Wir streiken, aber feiern

Die Gilde der Drehbuchautoren empfängt trotz des gestern angebrochenen Streiks ihre eigenen Genossen und Genossinnen zur feierlichen Party der „Writers Guild Awards“. Nachdem der Sinn der Auszeichnung einzig einer Belohnung und Wertschätzung der besten Drehbuchschreiber des Jahres entgegen schlägt, kommt diese Meldung weder überraschend, noch kontrovers. Obwohl die Grundlagen für die fortdauernde Länge des Streiks durchaus Grund zur Sorge für die hiesige Gemeinde Hollywoods sein sollten: die Verleihung der „WGA“s findet erst am 9. Februar 2008 statt. Somit würde der Streik bis dato 15 Wochen andauern. Im Vergleich mit dem letzten Streik 1988, der 22 Wochen sein Unwesen trieb und dem Filmgeschäft 500 Millionen Dollar aus den Fingern zog, dürfte also mit nichts weniger, als horrenden Einbrüchen des Fernseh- und Kinogeschäfts gerechnet werden.

Ein Ende der Fahnenstande ist auch mit einer Einigung zwischen der Allianz der amerikanischen Film- und Fernsehproduzenten („AMPTP“) und der „WGA“ nicht zu erwarteten: Die Tarifverträge der Schauspieler und Regisseure nämlich, laufen im nächsten Juni aus. Ein großes Schlachthaus ist hier erwartungsgemäß.

Nächste Seite »