Archiv für März 2007

Fernseh-Dosenfutter

Hat Ray Liotta eine Botox-Behandlung hinter sich? Und müssen alle Männer in den Fünfzigern aussehen wie Dampfnudeln?

(via „Wetten Dass … ?“, live im Zweiten)

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Welcome at the “Grindhouse”

Die ersten Anzeichen für einen nicht nur erfolgreichen, sondern auch in künstlerischen Belangen ausgezeichneten Film, häufen sich bei Tarentinos und Rodriguez Doppel-Feature „Grind House“. Bei „Rottentomatoes“ stehen momentan 5 Reviews einer durchschnittlichen Wertung von 7,6/10 Punkten gegenüber. Dazu muss allerdings beachtet werden, inwiefern die Anzahl der Kritiken kommende Woche noch nach oben fahren wird. Höchstwahrscheinlich werden gegen Ende 80-100 Meinungen ein Ergebnis formen, falls die 7,6 gehalten werden könnten, wäre dies ein großer Erfolg. Emanuel Levy, einer von Amerikas Topkritikern zückte ein B-, wobei seine „Begeisterung“ eher Rodriguez „Planet Terror“ gilt:

[…] let me start by saying that while neither is particularly good, Rodriguez’s is at least a more coherent and entertaining zombie flick than Tarantino’s effort, a schizoid picture that tries (but doesn’t always succeed) to blend the slasher film with the more routine chase actioner. […]

[…] “Planet Terror” is consciously silly but it’s superior in every way (execution too) to than “Death Proof.” […]

[…] As a result, “Planet Terror” lacks the freshness and fun it could have had had it been released two or three years ago. […]

[…] Both “Planet Terror” and “Death Proof” are at once retro-nostalgic and cool-progressive, though, again, this strategy works better for Rodriguez than for Tarantino. […]

Unterschwellig dürfte Tarentino’s größtes Problem seine Distanzierung zu seinen früheren Werken sein. Keine besonderen Blutorgien, da diese von Rodriguez in Kauf genommen werden, keine komplizierten Wendungen und vor allem keine Weitschweifenden Rückblenden. Erstaunlicherweise schafft es Tarentino nicht über flache Dialoge hinauszukommen:

[…] The tons of blood used in “Planet Terror” exceeds everything seen in a Rodriguez film, but one of the interesting elements in “Death Proof,” is that unlike the “Kill Bill” movies, there’s hardly any blood spilled in the story, yet Tarantino is effective in creating ominous menace in other ways. […]

[…] “Death Proof” is Tarantino’s most linear film, based on chronological presentation of events and subplots. However, though the action is sequential, the contents of this narrative are just as eccentric as that of his former films. […]

[…] Strangely, a good portion of the dialogue, one of Tarantino’s strongest suits, is disappointingly flat and even repetitious, particularly in the sequences of the second female team. Several scenes involving arguments between Zoe and Tracy (one about who will dominate) fall flat and lack the usual playfulness associated with Tarantino. […]

Des Weiteren sieht Levy kein Problem in der Aufteilung des Projektes auf zwei Termine, wie in fast allen europäischen Staaten (somit auch in Deutschland) geschehen:

[…] Since only three or four actors appear in the two features (some playing the same character, while others play new characters), the decision of some European distributors to release “Planet Terror” and “Death Proof” separately would not damage the experience at all. […]

“Planet Terror” und “Death Proof” mögen getrennt funktionieren, die Zwischengeschnittenen Trailer allerdings haben unter dieser Strategie zu leiden. Genau vier an der Zahl werden in den USA ausgestrahlt, Edgar Wrights „Don’t Scream“, Rodriguez „Machete“, Rob Zombies „Werewolf Women of the S. S.“ und Eli Roths „Thanksgiving“. „Thanksgiving“ ist ganz zur Freude aller Nicht-Amerikaner jetzt online zu begutachten:

Quicktime-Download: http://media.movies.ign.com/media/749/749962/dl_1950731.html
Media-Player-Download: http://media.movies.ign.com/media/749/749962/dl_1950734.html

Jeweils kurz warten bis unten “Right-Click here to save” erscheint und dann entweder Speichern oder Öffnen.

Trailer: Ocean’s Thirteen

USA 2007
Start: 07.06.07

Ocean’s Thirteen

Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Brian Koppelman, David Levien
Darsteller: George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon, Ellen Barkin, Al Pacino, Bernie Mac, Casey Affleck, Scott Caan, Don Cheadle, Andy Garcia

Auf einen gut laufenden Film folgt laut Hollywood-Gesetzen mindestens eine Fortsetzung, der Trend zu Dritt- oder Viertversuchen allerdings nahm im neuen Jahrtausend drastisch zu. Vorreiter ist sicherlich die „Saw“-Reihe, mittlerweile folgt bei dieser bereits Teil Nummero 4, ebenfalls Maßstäbe setzten das in die dritte Runde gehende Animationsspektakel „Shrek“ mit dem globigen Oger und die starbesetzten „Oceans“. Jene schlagen sich in ihrem dritten Anlauf mit den zwei Neubesetzungen Ellen Barkin und Al Pacino herum. Letzterer trat glücklicherweise nicht in die Fußstapfen seines Kumpanen De Niro, sondern machte sich im Showbizz in den letzten Jahren teilweise rar. In „Ocean’s Thirteen“ sonderlich große Erwartungen zu stecken ist trotz des hervorragenden Schauspielensembles fehlkalkuliert. Teil 1 war nett, Teil 2 durchschnittlich, Teil 3 kann einen Schnitt zwischen den beiden Teilen finden. Hauptsache den Schauspielern macht’s Spaß.

Trailer: http://movies.yahoo.com/feature/oceansthirteen.html

Skurrilste Suchanfrage …

… vom 28.03.07: „saddam hussein lebt noch youtube“. Daran dachte ich schon länger. Aber diese Person geht mit gutem Beispiel voran: er/sie/es vertraut nicht den Berichten von Medien und weis wie ein Mensch erhängt aussieht. In mindestens einem dieser Punkte ist er unsereins somit haushoch überlegen.

Trailer: Der goldene Kompass

His Dark Materials: The Golden Compass
USA 2007
Start: 06.12.07

Der goldene Kompass

Regie: Chris Weitz
Drehbuch: Philip Pullman, Chris Weitz
Darsteller: Nicole Kidman, Daniel Craig, Eva Green, Dakota Blue Richards, Adam Godley

Der Fantasieboom hält weiter an. Nachdem die „Herr der Ringe“-Trilogie längst auslief, schlussendlich deren dritter Teil sogar mit 11 Oscars gefeiert wurde, „Harry Potter“ sich dieses Jahr dem großen Endkampf gegen den finsteren Lord Voldemort in Buchform stellt, kurz davor im Kino noch mit dem fünften Teil klotzt, und das heilige Christentum in Form von „Die Chroniken von Narnia“ bald zurückkehrt, bereiten sich Filmemacher weiterhin auf Epen vor. „Stardust“ hieß schon ein, in Ausschnitten von vergangener Woche, ersichtlicher Streifen, mit den alten, aber längst abgelaufenen, Robert De Niro und Michelle Pfeiffer. Schon im Trailer wurde dem Zuschauer schnell bewusst welche Klasse „Stardust“ einnehmen sollte. Bei „Der goldene Kompass“ sieht die Sache leider auch nur wenig anders aus. Vielmehr Making-Of als wahrer Trailer entpuppt sich die Reise in eine andere Welt als banal und stumpfsinnig. Wiederum spielen bekannte Darsteller die Hauptrollen, wenn auch dieses Mal eine andere Klasse aufwartet. Neu-Bond Daniel Craig, dessen Freundin Eva Green und Blasshaut Nicole Kidman. Da dem Kinostart noch mehr als 8 Monate in den Rücken fallen, sollte aber zu späterem Zeitpunkte eine wesentlich bessere Vorschau erscheinen.

Trailer: http://justjared.buzznet.com/2007/03/26/the-golden-compass-trailer/

Kinofrei mit OP

Meine Erfahrungen mit Zahnärzten haben Tradition. Etwa die Hälfte meiner Milchzähne wurde fachmännisch entfernt, der Rest kam mit viel angestrengtem Gezeter heraus. Teilweise pulten Fingernägel zwischen den fitzligen Zwischenräumen von Backenzähnen umher, bis ein rettendes Apfelstück dem Ganzen ein Ende bereitete. Schlussendlich kamen sie aber alle an die Freiheit, wenn auch eine für Zähne recht eigentümliche. In einem kleinen Kästchen schlummern sie nun seit Jahren, auf Zuwachs stießen sie lange nicht mehr. Morgen wird sich dies hoffentlich ändern. Vorausgesetzt, der nette Chirurg von Nebenan, bekommt meine beiden einzigen Weisheitszähne mit Geschick aus den Fängen des Kiefers. Ansonsten würde die beliebte Verkleinerungstaktik Bedarf finden, bei der er mit knirschendem bohren den Zahn in Einzelteile skalpiert.

Zum Glück begegne ich diesem Herrn nicht vollkommen unbedarft, erst vor einigen Wochen war er in der Lage mich von einer sehr grausamen und äußert schmerzhaften Zahnfleischentzündung zu befreien. Die Urlaubsvertretung meiner Hausärztin hatte dieses Problem nach zwei Besuchen nämlich vollkommen unzureichend gelöst. Wie man hört: Eben gar nicht. Da war ich dann zwar beim Arzt gewesen, doch zwei Tage Ernährung mit Schmerzmitteln zeigten, dass die Wirkung versagte. Angeblich hatte sie eine Salbe zur Linderung auf den betroffenen Bereich gegeben. Beim Chirurgen wusste ich dann aber zum ersten Mal, was das bedeutet hätte. Dessen Eingriff war kurz, gut nicht schmerzlos. Eine Stunde lang standen mir Tränen in den Augen, danach allerdings war gar nichts mehr. Kein Pochen, kein Ziehen, keine Schmerztabletten. Der Mann verstand sein Handwerk.

Den Beweis darf er morgen erbringen. Nach einem zuletzt geschossenen Röntgenbild stehen beide oberen Weisheitszähne „distal geneigt“. Ha, ich mach einen auf Fachmediziner. „Distal“ sieht folgendermaßen aus:

Weisheitszahn

Wie man bemerkt, das Zähnchen hängt fast mit dem letzten Backenzahn zusammen und bildet, da im Oberkiefer angelagert, ein umgedrehtes V. Freude! Diese Art ist nicht nur selten (laut der englischen Wikipedia trifft dies in nur 6 % der Fälle zu), sondern auch noch wesentlich einfacher zu entfernen. Währenddessen ein „distal geneigt“ im Unterkiefer leicht problematisch sein kann, scheinen meine beiden im Oberkiefer ganz schnell rauszuflutschen. Morgen 9:00 schlägt die Stunde der Wahrheit. Nein, das hört sich nicht nur nach ironischer Begeisterung an, ich bin wahrhaft begeistert. Denn obwohl 99 % der Menschheit ein Problem mit Eingriffen in der Mundhöhle haben, ich habe keine Bedenken. Vor allem nicht, wenn ein schnuckeliger Assistenzarzt dabei ist.

Für den Schmerz nimmt man dann auch gerne mal tagelang Alete-Produkte in Kauf. Und Kühlkompressen. Und keine Arbeit.

Abgewichste Filmtitel

Natürlich möchte man jeden Tag auf dem Laufenden blieben, neuste Informationen immer als erstes mitbekommen. Interessiert man sich besonders stark für Filme, Kinofilme, Fernsehfilme, Spielfilme wirft man eben einmal täglich einen Blick zum „Verband der Filmverleiher“, die, wenn sie schon zu etwas gut sind, hochaktuelle kommende Kinostarts ausgeben. Entweder schweift das Auge teilnahmslos über die Liste, da die Filme noch „zu neu“ sind, um überhaupt gekannt zu werden, man freut sich kurzzeitig über überraschende Ankündigungen, zuletzt mit „Little Children“ geschehen, oder man weiß nicht, ob man lachen oder weinen sollte.

Im Falle des am 14.06 anlaufenden „Hot Fuzz“ trifft letzteres unweigerlich zu. Dieser erhielt nämlich den netten Beinamen „Zwei abgewichste Profis“. Sicherlich, es gab schon immer, besonders in den letzten Jahren, den Hang zu grausamen Untertiteln. Fast nimmt man ein „In den Fängen der Macht“, fröhlich unter „Der letzte König von Schottland“ geklatscht, noch an, es gibt schlimmeres. Aber muss man unbedingt ein „abgewichst“ hineinklemmen? Schön, die heutige Jugend hat sich an diese Ausdrucksweise gewöhnt, vermutlich werden sogar wesentlich mehr Besucher in die Säle strömen, allein aufgrund dieses Ausdruckes. Aber da ist, irgendwo zumindest, noch eine andere Zielgruppe, die, wenn sie denn (was bezweifelt werden darf) ins Kino gerannt wäre, doch ebenfalls angesprochen werden sollte.

George Clooney neustes Regieprojekt „Leatherheads“ empfing heute ebenso einen Starttermin. Am 10.01.08. Keine Sorge, dass wird sich noch nach hinten verschieben. In dem romantischen Streifen spielen außer Clooney noch Renee Zellweger und Jonathan Pryce mit.