Kritik: Mitten ins Herz

Music & Lyrics
USA 2007
Start: 08.03.07

Mitten ins Herz

Regie: Marc Lawrence
Drehbuch: Marc Lawrence
Darsteller: Hugh Grant, Drew Barrymore, Haley Bennett, Brad Garrett, Jason Antoon

Kritik: Wo käme man ohne die gesülzte Gestalt eines Hugh Grant hin? Vermutlich endlich mal nicht an den Rande eines Nervenzusammenbruches bei dem von ihm ausgesandten pflaumigen Süßholzgeraspel. Das Rosamunde-Pilcher-Niveau wird er auf Lebzeiten womöglich kaum mehr ablegen, mit seinem neusten, im Deutschen geradezu passend betitelten, „Mitten ins Herz – Ein Song für dich“ erst recht nicht. Singen, tanzen, mit dem Hintern shakern, Drew Barrymore anflirten, all das zeigt er, in für ihn typisch abgehalfterter Perfektion. Ein nettes „mit den Augen zwinkern“ mit Faltengarantie ist dabei noch am Leichtesten zu ertragen. Trotz seiner bisweilen schaurigen Interpretation kann er den Film vor einem vermeintlichen Totalausfall retten, übers Mittelmass hinausheben allerdings nicht.

Nach freudigen Popeinlagen schreit das Herz. Gut, bei Möchtegernplayboy Alex Fletcher (Hugh Grant) seit langem nicht mehr. Zumindest nicht nach den erfolgreichen 80iger Jahren mit seinen musikalischen Ergüssen bei der Band Pop!, die er lauwarm aufgebrüht in bestem Karaokestil auf Jahrmärkten und Vergnügungsparks zum Besten gibt. Die letzte Rettung soll in Form eines „verbesserten Christina Aguilera und Britney Spears“-Verschnittes durch die Lüfte flattern, Madam Cora Corman (Haley Bennett), die von Alex gerne ein paar nette Lyrics und einen Gesangspartner erstehen möchte. Putzfee Sophie Fischer (Drew Barrymore) kommt da genau richtig. Zum Glück besitzt diese zwar ein unterbemitteltes Gespür für die korrekte Blumenbewässerung, die Texte fließen dabei aber umso besser.

Natürlich ist es die langweilige Hagebuttengeschichte, mit gerade ausreichendem Drehbuch, relativ kleinen Witzeleien, einer schnöde angereihten Lovestory und vergleichsweise ansprechenden Hauptdarstellern. Er ist nun mal gehaltlos, möchte sich weder hoffnungslos gegen die Musikindustrie aufstemmen, klare Statements beziehen oder jemandem vor den Kopf stoßen. Das ist der Sinn dieses Genres. Unterhaltung hat oberste Priorität, und dieses Ziel ist eines in jedem Fall erreichbare. „Music & Lyrics“ stößt sich dem nicht entgegen, verpasst aber sicherlich den Endspurt auf der Zielgeraden. Die Charaktere, allen voran Nebenrolle Kristen Johnston als Sophies wuchtige Hippieschwester, sind wunderbar ausgefeilt, haben den ein oder anderen flotten Spruch auf den Lippen, und verzaubern. An der Liebesgeschichte zwischen Grant und Barrymore fehlt dagegen jeglicher Esprit, den beide in anderen Sequenzen problemlos versprühen. Vielleicht ist es dem enormen Altersunterschied zu verschreiben, Barrymores schriller Gestalt oder schlicht dem mangelnden Funkenflug. Ein Dreamteam ist diese Kombination jedoch nicht.

Fazit: Tränen darf man sich für die nächste Heulschmonzette aufsparen, den Kinobesuch für „Mitten ins Herz“, der das gefühlsmäßig überlegene Körperteil doch angeblich ansprechen sollte, eher auf DVD verschieben. Mitsingen kann man in diesem Etablissement sowieso ausschweifender.

Autorin

2 Responses to “Kritik: Mitten ins Herz”


  1. 1 fernseherin März 8, 2007 um 12:49 pm

    Hach, jetzt hab ich total Lust bekommen, mir den anzusehen. Frühling und so.😉
    Aber eigentlich wollte ich ja dringend endlich mal „Schräger als Fiction“ (blöder dt. Titel) erwischen, der hier immer nur an bestimmten Tagen läuft.

  2. 2 Soraly März 8, 2007 um 12:53 pm

    Wenn’s noch schräger gehen sollte, gleich mal „Being John Malkovich“ einschmeißen. Wobei „Stranger than Fiction“ natürlich eine leichte Alternative ist😉 .

    (Mit leichten Alternativen hab ich es heut nicht so: „Bobby“ steht an)


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