Hola, Herr Herzog

The rich green landscape is a theater of endless mountains. In their shadow gentle hills hug the slopes, which descend to a valley of golden fields surrounding a gravelly plain.

Die populärsten Filmverleiher schweigen sich gerne bis zum Kinostart über genaue Storyangaben aus. Meist zu Recht. „Krieg der Welten“ wurde zudem mit einem Presseverbot für vorläufige Kritiken belegt, was ferner den Staub der Presse aufwirbelte. Allgemein erstreckt sich die Tendenz, bei im Vorfeld schon vermutet schlechten Filmen, keine Preview mehr zu zeigen, im Gegensatz auf ausgeklügelte Marketingstrategien zu setzen. Die Zielgruppe, könnte man meinen, interessiere sich in keinem Falle für Meinungen, bilden sich lieber selber eine. Das Verfahren läuft hervorragend. Niemand, außer den muffeligen Kritikern, gibt seinen Senf dazu. Und da Filmverleiher im Grunde auf die Bewertungen trockener Vorzeigemänner pfeifen, schert es sie oberflächlich ebenfalls nicht. Ein Mann, bekannt in den Staaten, in seinem Heimatland dafür kaum, zeigt ihnen allen nun den Mittelfinger. Nicht nur, dass für seinen neusten Film bisher keine Schauspieler feststehen, fast scheint es, als wolle er Laien zu einem besonderen Vergnügen einladen.

“Every civilization is a dream of a thousand years …”

Jene Schauspieler der Zukunft brauchen sich das Skript nicht feinfühlig von einem Agenten besorgen, nein, ein Internetzugang reicht vollkommen. Dieser Mann heißt Werner Herzog und mit Deutschland hat er seit Jahren nicht mehr als seinen Geburtsort am Hut (änderungswürdig vielleicht im Sommer beim Filmfest?). Seine Filme bekommen selten Kinostarts, unlängst darf man über einen Verkauf von Silberlingen froh sein. Nach seinem in Amerika gefeiertem, wenn auch noch nicht offiziell gestartetem „Rescue Dawn“ begibt er sich auf neue Fährten. „The Cheese and the Worms“ basierend auf dem gefeiertem Buch von Carlo Ginzburg („The Cheese and the Worms: The Cosmos of a Sixteenth-Century Miller“) schleift ihn ins 16. Jahrhundert, die Zeit der römischen Inquisition. Ein intellektueller, weil fähig zu lesen, Müller, Menocchio, ganz der typische Italiener, kann die Kunst der Seiten nicht bei sich behalten und spekuliert fortan in seiner Erleuchtung mit jedermann über die Menschheit, Gott und die Entstehung der Welt. Nach kurzem Gedankenaustausch entstanden für ihn das Universum aus Käse, mit Gott und vielen flatternden Engel getarnt als Würmer.

From a hilltop an anonymous shepherd bellows a message, in the form of a cryptic gutteral drone, to the next hilltop.

Die weitere Handlung erscheint in Kurzform lächerlich unnötig. Ginzburg würde sich sicherlich über einen Besuch in dem Reich seines Buches erfreuen, Herzog stellt diese Variante in Form des bereits fertig gestellten Drehbuchs (von Alan Greenberg) allerdings weitaus kürzer da. Überfliegt man hier und dort wenige Zeilen scheint die Vision hautnah greifbar und so typisch auf Herzog zugeschnitten, dass die filmische Fassung nur wieder einmal von Meisterhand geformt sein wird.

“… influenced by some intoxication.”

Offizielle Seite: http://www.cheeseandworms.com/
Drehbuch: http://www.cheeseandworms.com/Cheese%20and%20Worms%20script.pdf

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