Noah, der böse Weltenbummler

Sollte sich die katholische Kirche jemals beschweren, ihrer heiligen Bibel werde nicht genug Beachtung geschenkt, bittet die Soraly dringend um einen Verweis („Da! Da! Kuck da!”) auf Darren Aronofsky, den geschundenen amerikanischen Regisseur, der unter seinen religiösen Mythen seit dem Auspfiffkonzert „The Fountain” zu leiden hat. Angenommen zwar bei weitläufigen Publikumsmeinungen fiel sein „Liebsepos“ insgesamt durch dicke Einlagen schmutziger und längst verbratener Buchseiten. Damit aber nicht genug: neben zwei in den Startlöchern stehenden („Black Swan“ und „The Fighter“) Filmchen scheffelt Aronofsky an einer, man staune, Fortsetzung von „The Fountain“, man staune abermals, mit Schwerpunkt „Noah“. Für die nicht ganz Bibelfesten (in Prozent ausgedrückt 95 %) bedeutet das eine liebevolle Reise in die angetrunkenen Nervenzellen eines ganz alten Knackers (vollständig nachzulesen in der „Wikipedia“):

„Insgesamt wird sein Lebensalter mit 950 Jahren angegeben (Gen 9,29). Mit Noach endet die Ära der ersten Patriarchen, deren Lebensdauer mit Ausnahme von Henoch weit über 700 Jahre war. Bei den folgenden Generationen nahm das Alter erheblich ab.

Noach ist der biblischen Erzählung nach der erste Ackerbauer und der erste Winzer (Gen 9,20). Eingeschlafen durch zu viel Alkohol sieht ihn sein Sohn Ham entkleidet vor dem Zelt liegen. Aus diesem Grund verfluchte Noach Hams Sohn Kanaan und seine Nachkommen dazu, Knechte seiner Brüder zu sein. (Gen 9,21-27) Damit wurde von Christen später die Versklavung schwarzer Völker biblisch gerechtfertigt und von Juden erstmals die Ausrottung der Kanaaniter als Gottes Wille angesehen.

Nach der biblischen Erzählung wollte Gott (JHWH) die Menschheit wegen ihrer Sündhaftigkeit auslöschen, erbarmte sich aber Noachs und dessen Familie wegen seiner Frömmigkeit. In der Arche Noah konnte Noach sich, seine Frau, seine Söhne und deren Frauen sowie viele Tiere vor einer Vernichtung durch die Sintflut retten und sicherte so den Fortbestand der Menschen und Tiere auf der Erde. Nach der Septuaginta überlebte auch Großvater Methuselach die Flut. Nach der Flut übergab Gott die Verantwortung über die Erde den Menschen.“

Hört, hört, meine Kinder! Säufer leben länger. Vor Jahrjahrzehnten entstand bereits im Kopfe Aronofskys eine Sicht „through Noah’s eyes“, die hautnah den Erduntergang abbildete. Gewillt Noah einer herbe, dunkle Note anzufügen:

“Noah was the first person to plant vineyards and drink wine and get drunk. It’s there in the Bible – it was one of the first things he did when he reached land. There was some real survivor’s guilt going on there. He’s a dark, complicated character.”

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