Kinoweitwurf

Tante Soraly verlässt das Domizil des internationalen Dokumentarfilms (Dok.Fest in München, momentan) beileibe ungern, wenn Die Fernseherin ihre Fühler mitleidig doch ausstreckt darf das Zupacken aber nicht ausbleiben. Das Stöckchen mit Überall-Umgang (nochmalige Erwähnung: Anke first) empfängt bereitwillig die karibische Welt im Herzen der film-film-film-begeisterten (Lynch comes back) Soraly.

Ein Film, den du schon mehr als zehnmal gesehen hast:
Fauliger Genuss von mehrfach durchgekauten Schinken steht im Kodex der Soraly auf den Abstiegsplätzen im Popcornhimmel, wollte zu Zeitpunkten des regungslosen Verharrens aber auch ausgelebt werden. „American Beauty“ hält die Topposition mit einmaligen (gefühlten) hundert, (realen) sechzehn Sichtungen fest, „Die üblichen Verdächtigen“, „Sieben“, die „Star Wars“-Nudelsuppe unbewusst, „Heat“ mit Paciro knapp vorbeigeschrammt.

Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast:
Kinder mit durchgängigem Taschengeldverlust setzen im Allgemeinen die Verdienste auf mehr Vielfalt, enthalten sich der nochmaligen Gleichheit. Erinnerungen an Doppelgenüsse durchfluten die Soraly bei „Superman Returns“ (auch Sterbliche müssen Fehler begehen) und die leicht dumpfsinnige Einladung mit Tag-Danach-Nochmal-Anblick „Star Wars 3“. Perlenvariationen halten den Kurs mit vermeintlichen DVD-Sichtungen Jahre später.

Ein Schauspieler, wegen dem du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen:
Eher geneigt als was?? Kranke Drehbücher im Morast versumpfter Autoren helfen über Kevin Spacey, Alan Rickman und John Malkovich auch nicht hinweg. Ganz nice findet die Soraly die alten Haudegen Sean Connery und Clint Eastwood irgendwie, obwohl diese der Schauspielerei langsam müde werden. Schwächlich reagiert sie ebenfalls auf solche komischen Krücken, den Paul Giamatti und den Steve Buscemi. Warum auch immer der so eine lispelnde deutsche Stimme hat. Mädels können sich in ihre Handtaschen verkriechen, die Weiber regen die grauen Gehirnzellen zum Verlassen ihres Schutzgebietes leider nicht an.

Ein Schauspieler, wegen dem du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen:
Zu gern verdrängt befindet sich Nicolas Cage auf schwummrigen Abwegen. Maschinerien der „Six Feet Under“-Philosophie beschwören die poppigen Weichgesichter Orlando Bloom und Hammel Brad Pitt aber auch in die ewigen Jagdgründe.

Ein Film, aus dem du regelmäßig zitierst:
Mitsprechen im Kopf zu bestimmten vorgefertigten, aber natürlich nie real möglichen Situation, passt womöglich nicht ins Feld?

Filmmusical, dessen Songtexte du komplett auswendig kennst:
Joke I guess. Musicals verfallen bekanntlich dem Trog eine geballte Ladung von Musik aufzudröseln, was so gar nicht in die Schubladen der Soraly passt.

Ein Film, bei dem du mitgesungen hast:
Würde durch die Anlagen der Blogs die penetrante Liebelei-Stimme der Soraly dringen, wüsste der geneigte Freund, sofern das Ohr nicht als Trümmerfeld glänze, welchen Genuss das weibliche, angesprochene, Organ bieten kann.

Ein Film, den jeder gesehen haben sollte:
… äh … einer …

Ein Film, den du besitzt:
Och, für den Griff in die Mottenkiste ist die Soraly momentan zu faul.

Ein Schauspieler, der seine Karriere nicht beim Film startete und der dich mit seinen schauspielerischen Leistungen positiv überrascht hat:
Die Soraly hat im Allgemeinen die Schnauze voll von Kamikaze-Mettwurst-Verkäufern in Alabaster-Mini-Blockbustern und würdigt die bleiernen Ausflüge der werten Herrschaften Carrey, Spears ungern in aller Öffentlichkeit. Heimlich übrigens auch nicht.

Schon einmal einen Film in einem drive-in gesehen?
Bin ich etwa bei McDoof? Gibt’s da etwas Live-Essen-Live-Film oder ist das noch zu neu- oder alt-modisch? Freiluftautokinos kennt die Soraly natürlich, aber heißt das im Angloamerikanischen Gebrauch „Drive-In“?

Schon mal im Kino geknutscht?
Immer konzentriert bleiben. Wofür bezahlt, arbeitet das die Soraly bitteschön? Außerdem besitzt sie eine gewisse Würde gegenüber allen dumpfinnigen Stückchen, da wird nicht abgelenkt.

Ein Film, den du schon immer sehen wolltest, bisher aber nicht dazu gekommen bist?
Festgestellt zuletzt „Dancer in the Dark“, der die kurioeske Björk in blinde Welten des Lars von Trier entführt. Ansonsten Uralt-Klassiker aus der Mottenkiste, Hitchcocks fanatische Reisen stehen seit Jahren noch aus.

Hast du jemals das Kino verlassen, weil der Film so schlecht war?
Bewusst gewollt und fast geheult bei „Spider-Man 3“. Negativerfahrungen brachten der olle „DaVinci Code“ und „Number 23“ ein, das Schiebewägelchen zum Notausgang brauchte die Soraly in Jahren des flotten Kärtchentauschens trotzdem nie. Verwunderlich.

Ein Film, der dich zum weinen gebracht hat:
Definition des Stärkegrades wird noch nachgereicht, oder? Tränenkügelchen und Krampfalarm selbst bei Kurzfilmvorschauen können schon vorkommen, enden dafür selten in Litern von Wasserausschüttungen.

Popcorn?
Erfahrung im Kampf des Gebrummels im Becher besitzt die Soraly zur Genüge. Zur Rasse der Teilweise-Gern-Fresser kennt sie Raststätten der goldenen Poppelchen. Zur Information (Flüchtige in München aufgepasst): Mathäser – Bäh, Styroporplättchen, MaxX – Eh, Wundergeschmacksloskekse, City – Yeah, Buntkornigepiepshow.

Wie oft gehst du ins Kino?
Im groben Gewässer des ersten Quartals schleicht sie sich schon bis zu dreimal in die Säle, sommerlich zum Filmfest München täglich ununterbrochen, herbstlich zum Asia-Filmfest festlich gekleidet. Ach, im Normalfall? Wöchentlich bleibt der flinke Marsch wenigstens einmal nicht aus, aber was ist schon normal, oder?

Welchen Film hast du zuletzt im Kino gesehen?
Vergessen im Wahn der Dokumentationen. Gestern 15:00, gestern 19:30, heute 12:00, heute 15:00, wo soll das enden? Eigentlich „How to Cook your Life“, der sich nur wenige Stunden etablieren können wird, Tagesende stimmt „A Walt into the Sea: Danny Williams and the Warhol Factory“ ein.

Dein Lieblingsgenre?
Drama, Thriller, Tragikkomödie, Thriller, Sci-Fi, Action, Dokumentation, Märchen, Mistgabelweitwurf. Entschuldigung, ein Ausrutscher. Beliebt mündet die Satire ein, ins Lauffeuer des guten Geschmackes. Aber so selten.

Dein erster Film, den du im Kino gesehen hast?
Wahnwitzige Stimmen erinnern sich schwach an eine Vorstellung „Hercules”, verzagen anderen Kleinkindgeschichten aber nicht die Stellungnahme. Erinnerungen konnte die Soraly schließlich immer nur unzureichend aufnehmen.

Welchen Film hättest du lieber niemals gesehen?
Abgesehen von verträumt und verdrängten Doppel-B-Movies deren wabernde Action-Machos die Body-Makronen schwingen ließen?

Der merkwürdigste Film, den du mochtest?
Merkwürdig im Sinne des normalen Soraly-Filmgeschmacks oder im Sinne des abnormalen Hollywoodklamaukes? Kurios kam ihr das Mögen gegenüber „Election“ (dem amerikanischen, nicht asiatischen), dem Witherspoon-Date-Lehrer-Movie, vor. Merkwürdig ist im Empfinden der Soraly ja sowieso normal.

Der beängstigendste Film, den du je gesehen hast?
Die Soraly kann Vögel seit Hitchcocks „Die Vögel” mehr schlecht als recht leiden, Äxte knacken in „The Shining“ so erwartungsvoll, die blutverdreckten Mädels fand sie auch ganz unheimlich. Ihr Faible für Weltraummetzeleien strahlt „Event Horizon“ ordentlich aus, der war beim ersten Kucken vielleicht gerade anregend genug. Leider wurde sie im Laufe der Jahre immun gegen solche Schrei-Renn-Bilderspielchen. Also, mit Erschrecken ist heute nicht mehr, bäh.

Was war der lustigste Film, denn du je gesehen hast?
Köstlich amüsiert beobachtete die Soraly das Steinchen-Gehoppel von Jack Nicholson in „Besser geht’s nicht“.

Last but not least wird das Stöckchen noch in die Pfötchen eines anderen geballert. Interesse, Rollmops im Kanzlerbunker? Filmische Realität sollte von Zeit zu Zeit bei jedem stattfinden.

Advertisements

5 Responses to “Kinoweitwurf”


  1. 1 fernseherin Mai 6, 2007 um 12:24 pm

    Das mit den Märchen freut die Fernseherin jetzt aber. Und die Antworten vom Rollmops würden sie auch interessieren. 🙂

  2. 2 bullion Mai 6, 2007 um 5:29 pm

    Ich muss jetzt einmal festhalten, dass du eine unglaublich interessante Schreibe hast. Faszinierend. Ansonsten schöne Einsichten in deine Filmwelt. 🙂

  3. 3 Soraly Mai 6, 2007 um 5:35 pm

    Da ist die Soraly tatsächlich gleich vorm Verglühen bei solchen Anmerkungen 🙂 . (Erster Kinofilm „Hercules“ oder „Aladin“ oder Rumpelstilzchen? Eltern sind nicht hilfreich.)

  4. 4 rollmops Mai 8, 2007 um 6:16 pm

    Danke für den Zuwurf, und Fernseherin, dir hätte ich ihn weiter gereicht, wenn du nicht schon gehabt haben tun hättest…


  1. 1 Rollmops im Kanzlerbunker Trackback zu Mai 7, 2007 um 11:11 pm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: