Sick Old Men

Manufacturing Dissent

Demontierte alles, was die Weltreise hergab, maßregelte jeden der Strecke, kämpfte gegen journalistische Unterdrückung. Sein Name ist Moore, Michael Moore und sein Auftrag steht: Enteignet George W. Bush, rettet das versaute Gesundheitssystem. Vorgestellt, verrechnet schießt „Sicko“ in Cannes mit Hasenscharten um sich, begegnet den Kritikern mit Gutglauben, mit kaum Enttäuschungen. Schadete Debbie Melnyk und Rick Caines provokante Anti-Michael-Moore-Message „Manufacturing Dissent“, der kritische Seitenhieb von Dokumentarfilmern über einen Dokumentarfilmer, also weniger als gedacht? Oder ist die kritische Haltung verbrauchter den je, der positive Eindruck schon eher ein Wagnis? Ist der Moore-Freund potentiell der Bush-Hasser, der Polemiker von Weltgütern? Aufgeblättert hatte Moore das großartige, nicht vorhandene, System der Körperfresser, seit dem damaligen Cannes-Triumph „Fahrenheit 9/11“ mehr den je, verkörpert mit Sicherheit Amerikanismus und den Siegeszug der Überfütterung. „Sicko“ steigert unterhaltsam (wie könnte es anders sein) in die Fettleibigkeit.

Obst und Gemüse, die Rohkostdiät sollen Moore verdünnt haben, in Cannes 25 wuchtige Pfund weniger auf die Wage zu bringen. Also nun doch der erfolgshungrige Journalist, das Futtertier, der perfekte Held und Freund, ein Vorbild. Gereist ist Moore um die Welt, bringt Erfahrungen aus europäischen Krankenhäusern mit, streut die Vorteile gesetzlicher Krankenversorgung ein. Wieder also der Gutmensch, doch „Sicko“ soll die treibende Verharmlosung Moores darstellen, den Hungerhaken, der ideenlos herumpendelt. Unterhaltsames Tier, in den entscheidenden Momenten aber mutwillig lächerlich, mit der Aussagekraft einer Kiwi. Oder auch Moby Dick, der Seefahrertrip (James Rocchi – Cinematical):

”Sicko, Michael Moore’s new film, is ostensibly about health care in America; it’s not, any more than Moby Dick is about a fishing trip. Like Moore’s other documentaries (Fahrenheit 9-11, Bowling for Columbine), Sicko’s central theme is American democracy – how it works, where it doesn’t – and the culture of capital.

It’s that tone – of selfless self-celebration, of public altruism, of snide sensitivity – that undercuts a lot of Moore’s work, and it undermines Sicko. I don’t expect a film to solve the American health care crisis, but even as a call to arms, Sicko’s more muddled and muted and scattered than it should be. Moore may be challenging the system, but he still feels like the guy who brought a clown’s squirting flower and a joy buzzer to a knife fight and then wonders out loud why he lost. The Gospel of Luke tells us „Physician, heal thyself“; if Moore wants to really challenge unfair systems and inhumane systems, he’s going to have work harder to make sure that his methods are as clear as his motives.”

Federleicht soll “Sicko” „die emotionalen Poren öffnen“ (Jeffrey Wells), Hasser verlieren (Kirk Honeycutt), vielleicht banal lustig Aggressionen gegenüber Michael Moore abbauen? Der so viel besser ist? Unterhaltsam, wie „Spider-Man 3“ zu sein schien, wie „Shrek 3“ sein sollte, die pure Erscheinung eines schöneren Amerikas, der Traum jeder Regierung.

“Three years after winning Cannes’ top prize for „Fahrenheit 9/11,“ docu helmer and agent provocateur Michael Moore returns to the Croisette with more polemics-as-performance-art in „Sicko,“ an affecting and entertaining dissection of the American health care industry, showing how it benefits the few at the expense of the many. Pic’s tone alternates between comedy, poignancy and outrage as it compares the U.S system of care to other countries. Given Moore’s celebrity and fan base, plus heightened awareness of pic resulting from the heated battle that’s already begun between left and right, returns look to be extremely healthy.”

Advertisements

0 Responses to “Sick Old Men”



  1. Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: