Rachsüchtige Burger

Spider-Man-Burger

Vollkommen auf den Fastfood-Strang gekommen ist Frau Soraly bis heute nicht. Verständlicherweise kann in Notfällen der Burger-Store ihre Geschmacksnerven durchaus tangieren, streckenweise peripheriert sie die faden Knochen von Pommes Frites, durchgewühlte „Chicken Burger“ (Geldbeutel auf der verzweifelten Suche nach 1 € Münzen sieht danach ebenfalls püriert aus), erkältete „McNuggits“ und allerlei barrierenfreies Fettgedöns. Für besonders naturfreundlich oder magenangenehm hält sie das Zeug dagegen nicht, aber die elendige Eile hält selten vorm Feinimbisswagen. Derweil schreit sie nach dem hochnäsig gesunden Frühstücksempfang bestürzt auf, erblickten die Bilder des „Spider-Man-Burgers“ das erstarrte Angesicht der Welt. Fleischig im Pappcontainer gebündelt rekelt sich das weiche, zähe Käsewabbelzeug in der Kiste, gepappt mit Fleischkruste und dem spinnigen (die Rechtschreibprüfung dreht der Soraly gerade ein „sinnig“ an) Aufzug auf dem Außenleib.

Tatsächlich testete das französische Geschmackslokal „My Burger“ das gute Käseleibchen auf Herz und Nieren. Oder wie der Kenner sagt: Auf barbarische Tierentfremdungen und Salmonellengefahrenbehältnisse. Solch ein von weitem (genauer: vom befreiten, noch geschmacks- und geruchsneutralen Internet) gesehener Erguss der menschlichen Gefilde ist der Frau Soraly noch nie untergekommen. Exemplarisch für das Wesen des Burgers (für McDoof wäre das eine wahre Beleidigung) steckt die Zwischenscheibe Fleisch ziemlich heruntergekommen im unabkömmlichen Tobsuchtsanfall der Käseinitialen. In ihrem Bekanntenkreis kennt sie da sogar jemanden, der meinte, ein eigentlich knuspriger frittierter Hühnchen-Beutel-Burger hätte den Fischen an der Nordsee geschmacklich Konkurrenz bereitet. Das schafft der „Spider-Man-Burger“ unverändert schon im äußeren Zustand der Schachtel.

Nun ärgert sich die Soraly den gestrigen Artikeltitel „Spuckende Gallen“ schon verwendet zu haben. Und freut sich nebenbei über ihr Blog-Themengebiet. Burger-Kritiken wären so gar nicht ihr Ding.

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1 Response to “Rachsüchtige Burger”



  1. 1 Tage des Horrors « CeReality Trackback zu Juni 1, 2007 um 8:46 am

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