Tage des Horrors

The Shining

Nebenbei bemerkt: Frau Soraly ist heute in einer höchst einsilbigen Kratzbürstenstimmung. Nicht zuletzt liegt das an zwei im Horrorwahn versäbelten kleinlichen Endzeitstimmungskameraden, die sich schon kurz nach dem Frühstückstisch in ihr Gewissen schlichen. Warum so was immer den Anfang des Morgens streicht (musste sie gestern mit dem Burger aufwachen), kann sie sich nicht erklären, sind ihre gewöhnlichen Filmverdauungszeiten schließlich auch immer nach Feierabend. Pünktlich in der feurigen Hormonjahreszeit schlägt sich das Ruder auf die Seite der kälteren Ventile und Schweißdrüsen. Vor Angst erinnert sie sich noch ungern an die alten Kindheitszeiten, die mit der Sichtung „Der Zauberer von Oz“ begannen, den sie bis heute in unguter Erinnerung hat. An die fliegenden Affen verschwendet sie zwar kein Gedankengut mehr, das böse Grauen aus „The Shining“, kollabierende Sprünge in „Alien“, verfolgte Meerläufe in „Der weiße Hai“ und spuckende Mädchen aus „Der Exorzist“ bauen ihr Gewaltenpotential jedoch immer noch gern in gefahrlosen Situationen auf.

Übersichtlich und vielfältig bietet das willkommene Fundstück „The 100 Scariest Movie Moments“ ein folgenschweres Sammelsurium über (man ahnt es schon) die 100 schauerlichsten Filmmomente aller Zeiten. Im Bilderrausch findet sich so einiges verschollenes, vergessenes, so erschreckend fürchterliches Material, dass die Filme grundsätzlich entsetzlicher abbildet, als in Erinnerungen vorhanden. Ob Frau Soraly „The Shining“ nach den ungefähr fünf Platzierungen jemals wieder live in der Kiste sehen wird, ist demnach fraglich. Erweiterte Verunstaltungen finden sich durch die netten Anekdoten im jeweiligen Filmgebiet wieder. Jack Nicholsons zertrümmerte Gier alles kaputt zu schlagen:

“Jack Nicholson pulls off the greatest ad lib of all time, when he hacks through a bathroom door with an axe and screams, „Herrrrreee’s Johnny!“ According to the IMDB, set designers originally had a prop door that would be easier to hack through, but Nicholson became so good at swinging the axe, that the fake one would shatter to bits after a couple of hits, so a real one was finally used instead.

Of course, when you’ve got Shelly Duvall screaming in your ear, it’s pretty easy to get the inspiration to be murderous.”

Oder Kathy Bates schwummrige Gestalt in (wieder Nicholson) „About Schmidt“ (obwohl „Misery“ ja eigentlich genannt wurde – Frau Soraly empfindet Bates Körper erstaunlicherweise allerdings als wesentlich tragischer):

“Though some would argue Kathy Bates’ nude hot-tub scene in “About Schmidt” is scarier, nobody can deny that the infamous “Hobbling Scene” in “Misery” is certainly one of the most painful scenes ever captured on film.”

Geschmackvoll wirft Frau Soraly im Zuge der „Shining“-Verehrung noch einen kleinen Spot nach, der dem oberen Bild und der weitläufigen Gruselstatistik noch einen kleinen Luftzug mehr einhaucht. „The Shining“ ohne Kubrick, dafür in kurz und mit „Her-Tex, Her-Tex, Her-Tex“-Botschaft. Im Übrigen: Das ist ein Putzmittel. Ade, „Cillit Bang“.

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