Schlachtenmetamorphose

Darauf hat die Soraly jahrelang gewartet. Frauen- und Männerfeindliche Programmkodierung erwarten das Ehe- und Gemeinsamlebende kinderlose (die müssten in jedem Fall ins Bett) Dasein heute im deutschen Privatfernsehen. Plötzlich springen da Tiere wild herum, Bögen werden gespannte, derweil strickt Frau, oder Mann ersäuft sich. Denn, die Frage steht auf der Kiste: „Elektra“ oder „Hidalgo“? Insgeheim seufzt die Frau beim reitenden Viggo Mortensen in jeglichen Szenen, lässt die ganz Dramaturgie in jedem Falle ins Jenseits driften. Und die niedlichen Pferdchen noch hinzu. Mann könnte sich hingegen an dem westernfreundlichen Wüstenknallpeng erfreuen. Wird er aber nicht. Parallel fühlt Daredevil-Matrosin „Elektra“, freizügig wild dargestellt von Ganovin Jennifer Garner, dem Verbrechen auf die Spur.

Auftragspunkt zwei dürfte für den Mann die erhebliche Spielzeit verkörpern. „Schatzi, der geht doch bis um 23:00 Uhr.“ Klar, dass Schatzi um die Uhrzeit die Äuglein schon fein zugeklebt hat. Oder halb über dem Sofa hängt. Der Hausherr wird dem geschickt und ohne großen Widerstand (die Stricknadeln liegen immer bereit) vorsorgen. „Elektra“ in der totalen, Werbung im Sand. Wäre die Frau jetzt schlau (der Mann im Vorhinein mit einer ORF1-Berechtigung) würde sie auf den österreichischen Sender hopsen. Dem Fünf-Minuten-Unterschied erliegt sie im Mortensen-Schweiß und schläft dann wunderbar erholt und in süßen Träumen. Der andere Schatzi wird kaum mithalten können.

In ganz anderer Laufrichtung würde eine Showrichtung mit Andy Kaufman stattfinden. „Der Mondmann“, in Farbe und knalligem Jim-Carrey-Anzug. Aufgepasst, das Stück ist von Milos Forman, also Kenner, hier wird gekuckt. Weder Frau, noch Männchen können gegen die Auswahl klagen. Hust, aber der Carrey spielt mit. „Ich bin der Tom Hanks der Golden Globes!“

1. Frauensumpf: „Hidalgo“, 20:15 – 23:00 (Pro7) oder 20:15 – 22:20 (ORF1)
2. Männerfrikassee: „Elektra“, 20:15 – 22:15 (RTL)
3. Gemischtradio: „Der Mondmann“, 20:15 – 22:25 (Tele 5)

4 Responses to “Schlachtenmetamorphose”


  1. 1 Twig Juni 4, 2007 um 11:30 pm

    Vielleicht hätte ich wirklich auf Frau Soraly hören und mir „Elektra“ anschauen sollen. Dachte mir aber, dass „Hidalgo – 3000 Meilen zum Ruhm“, dann doch besser wird. Fehlanzeige! Was bei „Hidalgo“ die 136 Minuten herrscht ist die pure Langeweile. Sonst nichts. Bei „Elektra“ hätte ich sicherlich noch was für das Auge gehabt. Jennifer Garner🙂 .

  2. 2 fernseherin Juni 5, 2007 um 7:22 am

    Abgesehen von Viggo war Hidalgo wirklich nicht so der Knaller.

    Aber auch an den Mondmann habe ich gemischte Erinnerungen. Interessant, aber Jim Carrey nervt mich, wenn er auf lustig macht.

  3. 3 Soraly Juni 5, 2007 um 9:42 am

    Sehr belustigt habe ich mir im Gegenzug „Elektra“ angetan, der das Nonplusultra an Special-Effects, Dialogwitz, verkrümmten Darstellern und Ballermusik bot. Hans Zimmer find ich dagegen sogar noch knalliger. Und jetzt weiß ich nicht, ob das 1 oder 2 Pünktchen in der kribbeligen Skala von 10 ausmachen würde.

  4. 4 Twig Juni 5, 2007 um 10:58 am

    Hört sich aber besser als „Hidalgo“ an😉 .


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