Kritik: Frownland

USA 2007
Start: xx.xx.07

Regie: Ronald Bronstein
Drehbuch: Ronald Bronstein
Darsteller: Dore Mann, Paul Grimstad, David Sandholm, Carmine Marino, Paul Grant, Mary Wall

1/10 Punkte

Kritik: Entfällt. Offiziell ist es eine Schande in jedem Falle eine Kritik über einen Film zu erwarten, der erst gar keine Berechtigung erhalten sollten, in jeglicher Form die Lichtspielhäuser oder Fernsehapparate zu beleuchten. Es ist eine Zwangsmaßnahme Zuschauer, Journalisten, die Welt für zwei Stunden in ein grausames Fragment schlechten filmischen Glaubens entführen zu wollen und dato im Nachhinein der Erwartung beizupflichten diesem Independentfilm eine positive Stellungnahme abzuringen. Es mag sich um eine internationale Premiere gehandelt haben, mehr als ein Dutzend Zuschauer, in den meisten Fällen ein schönes Bändchen tragend, ließen sich von dieser Tatsache im Übrigen zum Glück davon nicht abbringen den Saal mitten, meist nach einer Stunde Spielzeit, zu verlassen. „Frownland“ ist ein Stück Zeit und Filmgeschichte, dass schon während dem Genuss gerne vergessen werden möchte und die nächst beste Schublade im Wirbel von Schmierblättern in Angriff nehmen sollte.

Eines sollte vor Beginn der nächsten Zeilen noch klar gestellt werden: Die werte Frau Kritikerin promovierte in ihren langen Filmgeschichtlichenaufarbeitung mit einer puren Spezialität, sie verließ kurzerhand, nach besagter Stunde, fluchtartig, mehrmals auf die Uhr blickend, den Saal. Propenvoll müsste am Ende knapp die halbe Freude von Menschen den Regisseur eher schockiert begrüßt haben. All dies versagt ihr also. „Frownland“ erzeugt die gnadenlose Flucht, er lässt mit seiner sterilen, dreckigen Kamera, ein Billigmodel aus dem Supermarkt, eine Einschüchterung übernatürlicher Bahnen erwirken, alles im negativen, alles entfernt von Kunst oder dem schlichten Genre Komödie. Einer absurden Eingebung folgend, der winzige Soundeffekt, ein absonderliches Gefriemel kommt schnell die Bezeichnung „lynchesk“ aus den trunkenen Fingern geflogen, ein Schimpfwort für den Herrscher über Alptraumszenarien und obskure Gedankenwelten, David Lynch. In seiner interessantesten ersten Eingebung steht in diesem „Frownland“, übersetzt soviel bedeutend wie „Land des Stirnrunzelns“, ein Mann, laut Pressematerialien mit Namen Keith (Dore Mann), ein nervtötender Geschäftsmann, der von Tür zu Tür rennt und Flyer loswerden möchte. Widerrum, die Pressematerialien liefern wenigstens Aufschluss über diese „Geschichte“.

So normal und einfältig es sich anhören mag, es beginnt eine Farce von geleckten, selbstverliebten Augenblicken, die unerträglich zusammengeworfen sind in dieser grobschätzigen Gestalt des Keith. Fraglich steht im Raum (eine hervorragende Ungewissheit für die Nachbesprechung hätte hier geäußert werden können) an welcher prüden Straßenecke Ronald Bronstein Dore Mann aufgegabelt haben müsste. Abseits allen Schauspiels, einfach aufgrund der Tatsache, dass „Schauspiel“ im wahrsten Sinne des Wortes fälschlich wirken würde, kratzt sich der Kerl minutiös am Mund, reibt auf der Stirn herum, die Hände meist nirgendwo anders, als in Nähe des Gesichts. Seine Worte sind spärlich gesetzt, wenn schon Dutzendfach wiederholend, kaum wirklich einen Satz zusammen bringend. Anderswo eine Augenweide, sprießt „Frownland“ von der Dummseligkeit seines erbärmlichen Hauptdarstellers, vernichtet nach zehn Minuten alle Prozederen, die Film und Kino einmal ausmachten.

Film hat seit jeher gespalten, Depressionen hautnah geschildert, in satirischer Verpackung Lächerlichkeit dargeboten, und aus der Entzweiung Profit geschlagen. Von „Frownland“ erwarten zu wollen, er könne ein sonderlich großes Publikum beeindrucken, ist von vornherein eine Fehlleitung, auch angesichts der herben Tatsache, dass dahinter weder großartige Darsteller oder ein bekannter Regisseur stecken. Zurück zum wahren Genre, der Komödie. Komödiantisch, seltsam humoristisch oder erstaunlich befreiend kann vieles und Nichts gleichsam sein, in beeindruckender Weise schafft „Frownland“ aber doch tatsächlich den Sprung einer Komödie ins Nirwana der witzlosen Eigenarten. Komödie ohne Witz, toll und immer wieder ansprechend für alle Generationen, die überschäumende Kuriositäten für langweilig und belanglos halten. Frustrierend ist der Anblick von „Frownland“, einmal mehr nicht positiv vernommen, sondern in voller Hingabe im Satz von Kunst und Mainstream, unbefriedigend und mühsam.

Kleinlich bildet sich eine Hoffnung für den Mörder alles Guten und Bösen in der Kinolandschaft aus. „Frownland“, hoffentlich, wird nie die Weiten eines normalen, abseits von Filmfestivals, Kinosaals erblicken. Ein Segen für die Menschheit.

Autorin

Advertisements

0 Responses to “Kritik: Frownland”



  1. Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: