Ein Bühnenbild auf Reisen

Eigentlich sollte dieser Beitrag ganz schlicht „Spartanischer Spacey spuckt Scheißfilme“ lauten. So, Frau Soraly brachte es aber nicht übers Herz ihren lieben Lester Burnham in Ungnade fallen zu lassen und schweift affektiert auf die harmlose Variante um, die sich dem Hammer des Tages, eines weiteren Einsatzes für Luthor und gleichsam Spacey, widmet und die Sperenzien um seine (damals wahrscheinliche) bis auf ewige Leinwandabstinenz in Breit- und Seitenbildern lüftet. Resigniert gibt der Herr Spacey frohlockend demnach zurück, alle Pläne seine Karriere des bestrahlten Kameraleuchtens in den Hollywoodhochburgen an den Nagel zu hängen, würden sich in Zukunft in Wohlgefallen auflösen, stattdessen parodiert er seine Wenigkeit in zwei kommenden (einer reichte schon vollkommen) „Superman“-Filmen als immerwährender Böseheini Lex und setzt Bryan Singer nach seinen Walkürenritten „Valkyrie“ und „The Mayor of Castro Street“ den Arsch unter Feuer.

„Man of Steel“ (2009 erscheinend) hat dabei leider herzlich wenig mit dem Knüllersong „The Man of Metropolis Steals Our Hearts“ von Sufjan Stevens zu tun, wird sich in seiner einfachen Billig-Story-Struktur kaum solch schöner Lyrics bedienen:

„Man of Steel, Man of Heart
Tame our ways, if we start
To devise something more
Something half ways

Only a steel man came to recover
If he had run from gold, carry over
We celebrate our sense of each other
We have a lot to give one another“

… und viel eher grundherrlich Patriotismus und Kitschgelage pur verbreiten, wie es Singer dem fleischgewordenem Muskelprotz mit Giftlocke bereits im ersten wiederholten Teil gezeigt hatte. Warum kommt eigentlich keiner mal auf die Idee Frauen an die Macht zu lassen? Och, Frau Soraly weiß genau warum: „Catwoman“, „Elektra“ und „Aeon Flux“ zeigten Qualitäten von Bratwurst und Schimmelkompott. Flink in der Ecke gelagert und schon nahte die Katastrophe. Zurück zu Kevin Spacey (Frau Soraly bemerkte in just diesem Moment noch kein einziges Mal seinen Namen vollständig und korrekt erwähnt zu haben). Getrieben ans Theater wähnt er sich nicht nur abermals im Glatzenkostüm (seine Haarpracht sah allerdings auch vor Jahrzeiten fülliger aus), sondern „beglückt“ in den grausamen Koboldhistorien „Fred Claus“ seine ungemeine Präsenz in der Gegenwart werter Damen und Herren, Vince Vaughn, Paul Giamatti, Miranda Richardson, Kathy Bates, Rachel Weisz.

Folgerichtig steht der brandfrische Trailer dem Weihnachtsexodus in keiner Weise nach. Überschäumend belanglos, Spacey in geleckter Montur und lässiger Brillenausstattung, rennen besoffene Winzlinge aus dem angeblichen Potter-Universum herum, ziehen Giamatti im Gandalf-Look am überlangen Krauselbart und überschatten das schnöde Weihnachtsfest mit Tyrannei. Welch groteske Schauspielsammlung in einem Ulkfilm, der den doofsten Superhelden nicht die Stecklatschen ausziehen könnte. Für diese abgesonderte Portion Dämlichkeit verdient sich „Fred Claus“ die erbärmliche Einseitigkeit und besondere Widmung noch nicht einmal einen eigenen Beitrag zu erhalten.

Engelsgleich,
Frau Soraly

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