Cinema und der Sülzenfilm

Gestellt die Frage in den Leserbriefen der neunen „Cinema“ von Norbert Lagrain:

Vernachlässigt Cinema die Mainstream-Filme?
„Ich finde es schade, dass ihr seit einiger Zeit nur noch Ultrakurzkritiken von Mainstream-Filmen wie „Flyboys“, „The Marine“ oder kürzlich „Unbesiegbar“ bringt. Gleichzeitig werden den kleinen Independentfilmen, die in kaum einem Kino laufen, sehr viel ausführlicher behandelt.“

Sehr geehrter Herr Lagrein,

förmliche Anreden rufen nicht immer zu förmlichen Stempeln kurz darauf auf, die Ihnen ihre sülzige Meinung noch ein Stück versüßen sollen. So Leid es mir, höchstpersönlich Frau Soraly, tut, Ihre Ader all das, was Ihnen im Mainstream so wie Mainstream vorkommt auf dem Weg zur Arbeit zu erheitern kann ich nur klar und deutlich mit Ihrem vorgesetztem Ungeziefer versalzen. So, möchten Sie die Lehrstunde in Kinokunde sausen lassen, oder doch besser aufpassen? Wohlgemerkt sperren Sie die Ohren auf: Ihr so genannter Mainstream ist weder ein Mischding aus Mainstream und Independent, noch Independent oder Sonstiges. Independent, und augenscheinlich ließen Sie sich von der momentanen Welle treiben, all das als Independent zu bezeichnen, was nicht bei drei ein Budget über 30 Millionen Dollar erreicht hatte, ist und bleibt ein Synonym für „unabhängig“. Unabhängig vom Studio, von Verleih und Stickstoff. Halt, da geblieben, Frau Soraly braucht weiterhin den Kochtopf in der Tasche, um Ihren nichtsnutzigen Kopf zu polieren.

Weiterhin ist der Begriff „Mainstream“ Ihnen noch weiter entfernt gelegen, und tatsächlich bräuchten Sie die wohlgenährte „Wikipedia“ nur um Hilfe bitten:

„Der Mainstream (englisch, wörtlich Hauptstrom) spiegelt den kulturellen Geschmack einer großen Mehrheit wider, im Gegensatz zu Subkulturen oder dem ästhetischen Underground.“

Nein, Sie werden es selbst in diesen Momenten noch nicht verstanden haben, Ihr Sturkopf weigert sich vehement, auch nur einen rotten Faden durch die Ohren fließen zu sehen, und dabei diese gründlich zu putzen, da Ihr Gehör sonst in den nächsten Jahrzehnten in der gleichen cineastischen Dummheit tickt. Ein entscheidendes Volk steht also hinter dem Mainstream und vereint ihn zu einem Erfolg mit Massen an Besucherströmen. Sie fließen an Ihnen vorüber. Ist Ihre Verwunderung groß, ein stupides Sportlerdrama im Falle „Unbesiegbar“ nicht an den höchstgelegenen Punkten der Kinocharts wieder zu finden? Die Menschen interessieren sich nicht für die lahmarschigen Heldengeschichten oder Balla-Balla-Abschürfungen in „The Marine“, sie wollen den Rambo persönlich erleben, die Knautsche von Gott in die Fresse gedrückt bekommen. Geplättet? Zerbeult? Hollywood funktioniert mit Geld, Herr Lagrein, und es ist wohl kaum Ihr Geld, welches geschickt die Vermarktung antreibt, oder?

Mein Rat: Suchen Sie sich schleunigst ein neues Tagesblatt oder Klopapier. Die bunten Fächer auf letzterem bieten noch ungeschönten Anblick jenes Mainstreams, von dem Sie erwarten, ganze Seiten in Zeitschriften vorzufinden, die sich tatsächlich als Mainstream-Portionen entpuppen. In diesem Fall rate ich Ihnen, trotz allem, den Genuss anderweitiger Quellen, außer die Sache würde Sie zu sehr schlauchen. Gehirnliche Aktivitäten scheinen sich nicht als Ihr Brennpunkt heraus zu stellen. Oder ist die Täuschung mein Freund?

Mit freundlichsten Giftgrüßen,
Frau Soraly

2 Responses to “Cinema und der Sülzenfilm”


  1. 1 fernseherin Juli 20, 2007 um 9:36 am

    Ähm, hat Cinema schon mal was anderes als Ultrakurz-Kritiken bzw hauptsächlich ‚Mainstreamfilme‘ gebracht? Ist ja schon ein Weilchen her, dass ich das Teil gekauft habe, aber ich erinnere mich vor allem an große Fotos und wenig Text.

  2. 2 Soraly Juli 20, 2007 um 1:36 pm

    Tja, das ist die Frage. Ich bekomm das Wischblatt ja immer noch, obwohl das Abo ausgelaufen ist.


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