Kritik: Die Simpsons – Der Film

The Simpsons Movie
USA 2007
Start: 26.07.07

Die Simpsons - Der Film

Regie: David Silverman
Drehbuch: Matt Groening, James L. Brooks, Joel Cohen, John Frink, Al Jean, Tim Long, Ian Maxtone-Graham, George Meyer, David Mirkin, Michael Price, Mike Reiss, Mike Scully, Matt Selman, John Swartzwelder, Jon Vitti
Stimmen: Dan Castellaneta, Julie Kavner, Nancy Cartwright, Yeardley Smith, Harry Shearer, Hank Azaria, Tress MacNeille

7/10 Punkte

Kritik: Alles Banane. Matt Groening muss in seinem göttlichen Himmelstuhl lange gezetert haben, um den Hick-Hack des neuen Jahrtausends gebührend von gelbem Schleim überziehen zu wollen. „Die Simpsons“, groß und knallig bunt auf einer breiten Leinwand, zwanzig elende und verwerfliche Jahre nach Start-, längst nicht vor Sendeschluss. Bahnbrechende 400 Episoden wurden der unvergleichlichen Fügung zuteil, der Masterplan, erst kürzlich in den magischen Welten des Harry Potter gelöst, steht vor dem Ende, das Finale naht. Wirklich? „Die Simpsons“, das weiß jedes Kind, die werden ewig die Runden drehen, „Die Simpsons“ sind ein Stück Popkultur, eine melancholische Zeitreise, die von Kind an überzeugen. Nur, der Sinn des Ganzen erschließt sich dann halt doch eine Weile später. Also, auf mit der Partystimmung, den dicksten Kuchen verteilend, und rein in „Die Simpsons – Der Film“. All die Plaketten, das Gemurmel, die elegante Fernsehserie könne nicht übertroffen werden, sie sind passe. Doch, die Banane ist noch immer krumm, und heiter im Zuge aller Fortsetzungsentgleisungen, da bestehen „Die Simpsons“ dennoch, noch leicht im Schaum ihrer „Kleinen-Glotzen-Karriere“ natürlich, aber so wir wie sie kennen und lieben: Gelb, quietschfidel, immer einen Donut mehr auf den Rippen.

Selbst Homer Simpson persönlich findet die begierige Grundhaltung zum Piepen. Keine Minute in den Sessel geknautscht knallt er schon mit der Peitsche auf das auffälligste Augenmerk seiner eingeklemmten Pobacken. Eigentlich, ja eigentlich, ist es reine Geldverschwendung grüne Scheine für solch einen Schrott auszugeben, der kostenlos eine alte Kiste im Wohnzimmer beleuchtet, der täglich über den Bildschirm flimmert. Eigentlich benötigen auch „Die Simpsons“ dieses Riesengerüst aus popcornfressenden Bösewichten nicht, es erscheint fast schwachsinnig für popelige 2D-Animationen mit im Hintergrund leicht dreidimensionalen Bauflächen nur einen Cent der müden Kaffeekasse zu spendieren. Aber, das Publikum rennt trotz allem. Der Grund: mein Gott, „Die Simpsons“, der Film, Kino, Geplapper, die Geräuschkulisse, 18 Jahre heißhungriges Warten. Offenkundig hat hier kein Schwein etwas verloren, keine Sau eine Beschwerde abzugeben, die mit den gelben Männekieken bislang nichts anfangen konnte. Die Erwartungen sind gespitzt, und in der Sause von 11 Drehbuchautoren wird die ganze Fährtensuche von hunderten Charaktertölpeln ausgedehnt, von lausigen 22 Durchschnittsminuten einer Serienfolge auf gedonnerte 90, die der prickelnden Euphorie keinen Abbruch tun. Etwas langsamer, beileibe, als die gestrafte Melangerie jener rasanten Fließbandausflüge.

Weniger schräg verkommt die ereignisreiche Abenteuerreise auf den schon immer bescheuerten Manifesten, bescheuert wie es im „Simpsons“-Universum nur daherkommen kann und darf, freilich nicht. Eine süße Mischung bester Konfitüre schlägt in einen Sumpf altbekannter zäher Paste, der Schleim klebt noch frisch, keine Selbstverständlichkeit, für den soliden Plot. Die Reise zum Mond und wusch, der Knochen fliegt in entlegene Gewässer. Zurück bleibt eine herzhafte Katastrophe. Zwischen chaotischen Prophezeiungen, kringeligen Schweinen, die zum Haustier und Sohnersatz erkoren werden, Hetzjagden, dümmlichen Präsidenten, einem von Gülle zersetzten See, Familie Simpson, der Chor aus Homer (im Original gesprochen von Dan Castellaneta), Marge (Julie Kavner), Lisa (Yeardley Smith), Bart (Nancy Cartwright) und Maggie (Nancy Cartwright), hat die Hände voll zu tun. Bis in voller Montur eine Glaskuppel über Springfield geschlossen als Dunstabzugshaube alle Wege in die Freiheit verschließt, die Simpsons auswandern, wiederkehren, um die Pläne Arnold Schwarzeneggers (Harry Shearer) zu kreuzen, es vergehen 90 Minuten, startend im lautstarken Multiplex, abschließend in ihm. Besser kann die vierfache Drogenpackung kaum erscheinen.

Im Schatten dessen bleibt immerhin zu jedem Zeitpunkt die goldene Frage, warum „Die Simpsons“ die Berechtigung erhielten, eine Leinwand für gelbe Ausmaße zu beschlagnahmen. Ist nach diesen Jahren die eierlegende Wollmilchsau langsam erschöpft und der Klatsch mit dem Film einzig eine Rettung, den fortwährenden Untergang des Humors wenigstens mit Milliarden zu besiegeln? Oder doch der hoffnungsvolle Höhepunkt einer anhaltenden Odyssee? Seiner Qualitäten entgegen, beides. Verdammt dem spritzigen Witz, sprühenden Filmparabeln, liebevoll gestrickten Protagonisten, „Die Simpsons – Der Film“ wirkt in seine Grundfesten näher einer Best-Of-Hitscheibe, als an klugen neuen Einfällen, es mangelt ihm an Gesprächsstoff, teilweise an der Stringenz seine stupide Handlung etwas von der Strippe zu lassen, um den Gaggeier dann noch mehr in den Wahnsinn zu treiben. Klar, vermehrt, und im Großteil ist der Grad seiner Amüsantheit um 100 Prozent über dem Satz typischer amerikanischer Komödien. Gerade im Hinblick auf frühere Staffeln allerdings schmilzt das Eis schon gewaltig.

„Die Simpsons“ wirken dann doch eher verharmlost und sanft ausgestattet, bisweilen gefangen in ihrer amerikanischen Herkunft und dem Manko Blockbuster. Kein Zweifel: Mainstream sollte her, obwohl die Familie nie ganz in der Rolle Kinderfreundlichkeit abgestiegen war, Zusammenhalt und Bedürfnisse ganz neben aller Parodie und Sarkasmus widerspiegelten. Nunmehr ist solch eine Zusammenstellung alter guter Elemente kein Ausscheidungskriterium, für „Die Simpsons“ schon viel mehr Zeichen, was alles gesagt wurde, für die Klasse dahinter. Die ungeahnte Dichte buddelt noch den letzten Zacken aus der bartischen Haarkrone, von allen Seiten sprühen Charme, und noch wichtiger Herz und Kopf auf einer Linie. Die Tage der veräppelten Zuschauer sind lautstark verpufft, Homer dümmer denn je, Lisa auf dem Pfad gegen die Klimaerwärmung, Bart nackt durch die Straße düsend. Es mag überraschen, aber im linearen Gerüst der Tölpelhandlung passen die Bestandteile exakt zusammen, es entsteht ein wahres Freudenfest die Serie an anhaltenden Witzen auf einer Wellenlänge zu erhalten, ohne dem Sinn vieler Fans in den Arsch zu kriechen. Das stete Auf und Ab, die Fahrt zwischendrin aus profilaktischen Blödeleien, dem feinen Sinn leichter Komödie, den herzhaften Überresten parodistischer Elemente, es folgt Ergänzung auf Ergänzung, die der Emotionalität gerne den Stempel von Tränen aufgedrückt hätten und im Witz dennoch so entschlossen fließt, dass der Kern auf der beharrlichen Überbewegung des Mundes liegen bleibt.

Seinen höchsten Haken Ernsthaftigkeit kann „Die Simpsons – Der Film“ schlichtweg nur mit der alten billigen Dramatikmasche einfahren. Der überstrapazierten dysfunktionalen Familienkiste verpasst Matt Groening mit seiner weiteren Fieselsammlung an Drehbuchautoren gehörig eine Kopfnuss und vielfach Schläge in die Magengrube, die den Zuschauer allemal, entgegen der offensichtlichen Ausrichtung, eher minder tangieren und leicht den Hauch von Disney-Charme zur Auferstehung zwingen. Banal fällt im Siedepunkt mehr in Richtung egal, das Resultat perforiert seinen gelungenen Einstand schließlich nicht aus seiner neu gewonnenen Aufrichtigkeit, sondern der bröseligen Erbärmlichkeit seiner lieblichen Simpsons, jenen gelben Gestellen, die auf gehörig Pfeffer unter dem Hintern angewiesen sind. Sie bekommen die Dröhnung, sie dürfen schreien für verbrecherische Politik, sie krächzen und winseln, sie leiden am Verfolgungswahn, sie quieken im Schweinechor. Sie sind „Die Simpsons“, vor und hinter der Leinwand verborgen und in alten Tagen noch keiner Alzheimer ausgesetzt oder dem müden Rollstuhlleben. Homer bleibt Homer, Marge Marge, Bart Bart, die Reihe erfährt den Coup der erweiterten 2D-Fahne auf gleich bleibender Basis seiner gelben Wundertüte, die angesparten Bereichen voll trockener Klischees und unseliger Lebensphilosophien in alle erdenklichen Richtungen zerstreut.

Fazit: Wer suchet, der findet, auch in den homerischen Odysseen. Die geleckten Nebensäuglinge kehren zurück, die Terminatoren recken ihre Hälse, kein Wicht steht nicht wenigstens für eine Sekunde im, von Gelb in Beschlag genommenen, Bild. Ein Platz, vom Drehbuch freigehalten. Oder eben: Die große Wiederkehr. Bunter, schräger, massentauglicher, erfrischend herrlich und vor allem ehrlich. Die Bombe nach 18-jähriger Reise platzt und fällt in tiefen Gagmorast, ein Tal mit rigorosen Löchern und erschütternden Wahrheiten. „Die Simpsons – der Film“, die Serie im Kino auf vierfachem Fernsehniveau im Schnellfeuergang. Wo steckt das Problem?

Die Simpsons - Der Film

Anmerkung: Der Aufsprung aus dem gemütlichen Kinosessel und tausendfach Ritzenpopcorn sollte möglichst nicht vor Ende des Abspanns erfolgen. Dem zweiten Wort Maggies zuliebe.

Autorin

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24 Responses to “Kritik: Die Simpsons – Der Film”


  1. 1 Twig Juli 28, 2007 um 12:50 pm

    Du meinst wohl dem ersten Wort von Maggie 😉 .

    Ach ja: Schöne Kritik.

  2. 2 Soraly Juli 28, 2007 um 12:55 pm

    Ich hab mich da schon informiert 🙂 . Laut Insidern sagte Maggie bereits mehrmals etwas, einmal sogar ein komplettes Wort:

    „Nur in drei Episoden (9F08, 2F03, FABF23) spricht sie einige wenige Worte. In einer davon lieh Oscar-Preisträgerin Elizabeth Taylor persönlich der kleinen Maggie ihre Stimme – für ein einziges Wort: „Daddy“.“ (Wikipedia)

  3. 3 Twig Juli 28, 2007 um 1:17 pm

    Gut, aber Marge meinte im Film: „Ihr erstes Wort“. 😛 .

  4. 4 Soraly Juli 28, 2007 um 1:20 pm

    Wenn du so ne blaue Flaumwiese auf dem Kopf haben würdest (ich nehme mal an, dem ist nicht so 😉 ), wäre das erste Wort deiner Tochter wohl auch untergegangen. Gerade, wenn es auf Homer abzielt.

  5. 5 bienmatou Juli 28, 2007 um 6:37 pm

    marge denkt es wäre das erste wort, weil maggie „daddy“ sagte, als niemand dabei war.

  6. 6 Soraly Juli 28, 2007 um 6:43 pm

    Ha, hervorragend. Ich liebe es, wenn ich Recht habe 😉 .

  7. 7 Twig Juli 28, 2007 um 7:29 pm

    Angeberin 😉 .

    Aber danke bienmatou jetzt erinnere ich mich auch wieder. Habe die Folge schließlich gesehen 🙂 .

  8. 8 emaz Juli 28, 2007 um 9:21 pm

    trotzdem find ich die Simpsons immer noch besser als Shrek, „ab durch die hecke“ oder madagascar (da ist zumindest die deutsche version lahm)

  9. 9 Soraly Juli 29, 2007 um 10:52 am

    Absolut, gerade mit dem dritten Teil der „Shrek“-Reihe ist der grüne Oger gewaltig durchgefallen und orientierte sich nunmehr besonders an einer kindgerechten Aufarbeitung.

    „Die Simpsons“ fallen letzten Endes (und das wird nicht erst im vollkommen kinderfreien Kino bewusst) in eine Spur mit „South Park“, zumindest in den früheren Folgen, obwohl das Ganze mittlerweile auch extrem platt vorkommen kann. Der Film hält die Tradition mit den neueren Episoden, sicherlich nicht schlecht, aber auch keine Offenbarung, „Ab durch die Hecke“ und „Madagascar“ sind mit dieser Art von Witz und sanfter Parodie einfach überfordert. Mit der angetrunkenen Kultbasis in diesem Kinosommer eine Überraschung, wenn auch kein Wagnis.

  10. 10 Peter Juli 29, 2007 um 3:47 pm

    Also, das ist echt ne schlechte kritik….

    Schreib irgendwas, aber keine Kritiken.

    Gruß

    Der Peter

    PS. Grund:

    1. keine ahnung
    2. Inhalt????

  11. 11 Twig Juli 29, 2007 um 3:52 pm

    Lieber Peter, du solltest Dich besser ausdrücken. Was meinst du mit „Keine Ahnung“? Ich glaube eher, die Leser hier die deinen Kommentar lesen, haben keine Ahnung was du hier meinst.
    Sorry, aber so ist es. Da wird mir Soraly sicherlich Recht geben.

  12. 12 Soraly Juli 29, 2007 um 4:15 pm

    Ja, Peter, wenn du hier eine vollständige Inhaltsangabe oder gleich einen Download-Link gesucht haben magst, dann ist das Dargebotene natürlich eine riesengroße Enttäuschung.

  13. 13 Pierro Marie Juli 29, 2007 um 6:01 pm

    ne Menge an Lesestoff – aber dennoch gern gelesen !
    mein lieblingszitat aus dem film:

    “Warum soll man sich etwas im Kino anschauen, dass man auch zu Hause im Fernsehen haben kann? Ihr Idioten!”

  14. 14 Mona-Li Juli 29, 2007 um 8:46 pm

    Doch ist dann des zweite Wort, weil sie in der Serie schon mal ‚Daddy‘ gesagt hat!!

  15. 15 Sanja Juli 30, 2007 um 1:40 pm

    zusammengefasst: gute unterhaltung, kein must-have

  16. 16 Jens August 1, 2007 um 2:50 pm

    Hallo Soraly, Hallo an alle anderen!

    Die Kritik an Deinen Ausführungen, soweit sie konstruktiv ist, kann ich durchaus verstehen. Ich (als langjähriger Fan) überlege, ob der Film die 8 Euro lohnt oder nicht. Meiner Entscheidung näher gebracht hat mich Dein Artikel aber nicht. Warum so viel Wert auf Äußerlichkeiten? Der Aussagegehalt nimmt da leider eine recht bescheidene Rolle ein. Pragmatismus ist doch keine Schande!

    Schau Dir Dein Fazit an: Offensichtlich sehen wir alle Akteure der Serie wieder, beruhigend. Das zu erzählen verlangt 5 verschachtelte Zeilen von Dir. Eine Bombe platzt und fällt dann (Wie geht das?). Warum eine negative Assoziation wählen wenn doch offensichtlich eine positive Aussage beabsichtigt war? Oder habe ich Dich missvestanden? Vierfaches Fernsehniveau heisst das nun langatmig, konzeptionslos oder überraschend und voll quirliger Action? Wozu diese Worthülsen? Was denkst Du??

    Also: Hast Du geschmunzelt, gelacht, war´s widerlich, provokativ, voll Wahrheit kurz – war´s einer dieser kurzweiligen Simpsons Events?? Auf dem schnellsten Wege zur Kinokasse, auf die Fernsehpremiere warten oder besser keinen Gedanken mehr darauf verschwenden? Brauchte es erst diese Diskussion, damit wir ein Statement erhalten? Offensichtlich, denn im weiteren Verlauf hast Du Dich ja durchaus klar geäußert.

    Vielleicht gehe ich am Wochenende. Mal schau´n.
    LG Jens

  17. 17 Soraly August 1, 2007 um 8:07 pm

    Vielen Dank für deinen wertvollen Kommentar, Jens.

    Obwohl es als Autorin eines Artikel wohl eher selbst ein Armutszeugnis darstellt, ihn zu kritisieren, stimme ich dir zu: Ja, sicherlich ist diese Kritik in ihren aufgeführten Punkten wage, meine Aussage dahinter kann augenscheinlich nicht auf den Leser übergehen, ich bin zu sehr versessen auf Sprache, denn auf Inhalt.

    Ich danke dir dafür, dass du mich nicht zu einer Verteidigungshaltung drängst, sondern schlicht nett und freundlich deine Gedanken formulierst. Es legt mir nicht das Gefühl nahe, dir dafür den Hals umzudrehen, viel eher nachzudenken. Doch ich merke in letzter Zeit, dass ich diese momentane Phase benötige. Meine Form muss noch geschliffen werden, nur ist das einzig mit dem fortwährenden Schreiben möglich. Schreiberische Phasen unterscheiden sich kaum von denen des Lebens. Man kann an ihnen wachsen und besser werden, oder ohne Kritik wie deiner in ihnen stecken bleiben.

    Um zu den Simpsons noch deutlich zu werden: amüsant, leicht sarkastisch, aber nie so bissig, wie gerade die früheren Folgen. Sehenswert, wobei einige Episoden sicherlich deutlich besser abschneiden, als dieser Film.

    Ich wünsche dir viel Spaß im Kino. Soweit du dich von den „Transformers“ fernhältst 😉 . Und auch dazu gibt’s noch eine Kritik. Hoffentlich mit all den Kritikpunkten positiv umgesetzt.

  18. 18 Martin August 2, 2007 um 10:17 am

    Gerade nachdem ich über’s Filmquizz hier reingekommen bin a bissi quer gelesen: Super Blog! Setze ich (wenn’s genehm) in meine Blogroll. Deine Texte sind aufwendig recherchiert und gut geschrieben – selten so viel Informationsgehalt in nem Blog gesehen *virtuellen Hut zieh*

  19. 19 Soraly August 2, 2007 um 10:25 am

    Aber immer genehm 🙂 . Da laufe ich schon ganz rot an. Ich muss mir später nochmal in Ruhe die ganze Schar der Quizteilnehmer anschauen. Sehr viel interessantes dabei.

  20. 20 Jens August 3, 2007 um 2:27 pm

    Ich bin´s nochmal. Mit Erstaunen nehme ich Deine Antwort zur Kenntnis. Du bist kein Zyniker, oder?! Nein, bist Du nicht. Ich hoffe 🙂 Jedenfalls freut es mich, dass Du meine Kritik offensichtlich als Anregung verstanden hast, denn so war sie gemeint. Was den Schliff angeht, Du bist schon auf einem sehr hohem Niveau, das weisst Du. Aber es ist eben sehr sehr schwer, seine Gedankenwelt in für alle verständliche Bilder zu packen und das dann sprachlich noch auf den Punkt zu bringen. Das ist doch der Grund, warum Grönemeyer oder Wir sind Helden so gut sind, oder? Hauptsache ist doch, man strebt nach höherem, was auch immer man selbst darunter versteht. Ich kaufe Deine Bücher!

    P.S. Transformers wäre so ziemlich der letzte Film, den ich mir im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte anschauen würde!

  21. 21 Soraly August 3, 2007 um 2:54 pm

    Och, Zyniker bin ich immer gern, wenn es zur Situation passt 😉 .

    Genau, den Einklang von Gedanken und Sprache für den Leser verständlich auszudrücken, ist ein grundsätzliches Problem. Es gibt schließlich keine VHS-Kurse, die diese Umwandlung erzwingen können, ohne die Persönlichkeit des Autoren im Text nicht zu verlieren. Ich hoffe, dass ich diesen Faden zu mehr Einfachheit irgendwann erlange. Aber dafür müssen ebenfalls die eigenen Gedanken neu strukturiert werden. Warum sonst bin ich von vollkommen verpeilten Filmen immer so begeistert 😉 .

    Wenn man sein Hirn vorher im Klo ausspült kommt „Transformers“ aber vielleicht doch ganz gut. Ich bin aber nicht so ein Fan von Kino-Klosetts 😉 .

    (Immer die Bücher, immer die Bücher, zumindest in dem Fall kommen schon genügend Leser zusammen 🙂 .)

  22. 22 Lisa August 5, 2007 um 1:38 am

    Mir war die Kritik auch zu lang und irgendwie auch nicht klar.
    Obwohl ich schon Lust hätte über den Film zu diskutieren.
    Ich fand ihn super übrigens. Ich habe viel gelacht, vor allem in der itschi und scratschi Folge. Die war wirklich das Beste, was ich bisher an diesen gesehen habe. Und obwohl ich mich oft frage, was der Sinn dieser Serie in der Serie ist und warum vor allem die feinfühlige, sensible, kultivierte, allwissende Lisa, mit der wir uns alle wahrscheinlich gern identifizieren (selbst mein Freund tut es), darüber lacht, war ich so überascht von dem Humor und dem Witz, der mich plötzlich überkam. Lisa und Bart, unterschiedlicher können Geschwister nicht sein, und dennoch lachen sie beide über diese Serie….

    Was mich an diesem Film nun besonders interessiert und in mir ein wenig Unbehagen auslöst, ist der Gedanke, dass der Umweltminister mit Al Gore verglichen wurde. War das so? Was denkt ihr? Ich fand, dass er wirklich so redete und auch vom Typ her so aussah.
    Das fände ich etwas merkwürdig, da Al Gore doch eher wie Lisa nur sein Wissen mitteilt und die Erde retten will. Aber hier war das jemand, dem es um sein Prestige ging…Eine Art Öko-Nazi, der letztlich genau so durchdreht und genau so skrupellos ist wie George Bush, nur eben auf andere Weise?

    Ist das die Gesellschafts-Kritik, die hinter dem Film steckt? Was würde er uns damit sagen wollen?
    Das würde natürlich zu den Episoden passen, in denen Lisa ihre ausweglose Situation, ihr Gender entdeckt und anfängt zu rauchen und sihc aggressiv zu verhalten. Ist hier vielleicht doch ein anarchistischer Unterton, der uns leise, mit einem Lächeln sagen will, tauscht nicht den einen gegen den anderen aus. Sie belügen euch alle! Macht Euer eigenes Ding. Glaubt an Euch selbst. Nehmt Euer Leben in Eure eigene Hand. Wenn nicht für Euch, dann für die, die Euch etwas bedeuten….oder so ähnlich

  23. 23 Soraly August 5, 2007 um 10:31 am

    „Die Simpsons“ standen schon immer auf eine überdrehte Schiene von Gesellschaftskritik, die im Film zwar auf den ersten Blick sanftmütiger erscheint, aber dennoch vorhanden ist. Der Vergleich des Umweltministers mit Al Gore kommt mir jetzt erst mit deinem Kommentar. Auf der einen Seite ist dieser Minister darauf erpicht die Stadt rein zu halten, geht dafür aber auch den egozentrischen Weg, den Menschen einfach auszurotten. Der Bürger wird für seine Fehler in dieser Art von Rechtsstaat bestraft und muss für seine Fehler eben mal schnell die Vernichtung hinnehmen. Direkt dagegen steht in der Realität der Fakt, dass vor globaler Erwärmung zwar an allen Ecken gewarnt wird, diese Nachricht aber kaum den Weg zum Menschen findet.

    Der Film wollte sowohl die Katastrophe von unzureichendem Umweltbedürfnis anprangern, als auch die Folgen von einem „zu viel“. Wenn der Mensch nicht macht, was er sollte, schwups, hat er ein Überleben nicht mehr verdient. Der Effekt, hier eine lernfähige Spezies vor sich zu haben, besteht für den Minister nicht. Er geht den leichten Weg und möchte den Landstrich ausradieren. Was würde passieren, wenn diese Variante auch heutzutage bei so manch „verrücktem“ Präsidenten oder Minister Anklang finden würde? Am Ende ist die Erde zwar befreit von schädlichem Ballast, aber leer und karg.

    Laut der kritischen Meinung „Der Simpsons“ müssen Mensch und Natur gemeinsam einen Weg zueinander finden, ohne den direkten Zwang, ohne von oberster Front dazu verleitet zu werden, sowie auch Homer im Angesicht des offensichtlichen Verlusts seiner Familie plötzlich versteht. Der Minister besitzt den unterschwelligen Ton von Al Gore, die Umsetzung bleibt aber eine andere. Viel eher ist es doch Gore, der besonders ein Lob erfährt. Er macht es richtig, er überlässt dem Menschen seinen Weg, er bewegt den Menschen ein Mensch zu sein, seine Entscheidungen selbst zu führen, auch im Angesicht der schlimmsten Katastrophe.

    Soviel zu den Untertönen „Der Simpsons“, ich komme mir mittlerweile schon selbst wie ein verrückter Minister vor 😉 .


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