Kritik: Haribo Goldbären

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Für die Feinschmecker unter den Pralinisten

Auf vielfachen Wunsch aus der ärztlichen Packungsbeilage mutete sich Frau Soraly, nach einer wahnwitzigen Bekenntnis bei Frau Fernseherin, die neu strukturierten „Haribo Goldbären“ zu. Sie muss gestehen: ohne den neuen Geschmacksverstärker „Apfel“ wären ihre Finger von der Plastikpackung sehr, sehr weit entfernt in den Hosentaschen verblieben. Zu ihrem eigenen Leidwesen griff sie trotz der eher düsteren Aussichten zu. Eigentlich hätte vorhergehender Satz mit „und wurde überrascht“ beendet. Ein kleines Detail ihrer Testreihe jedoch konnte ihre „Stiftung Soralyness“ gerade mit einem „Ausreichend“ beenden, die in Folge geziert wurde von krampfhaftem Wassermangel, eines erheblich vertrockneten Zungenbettes und verstopfter Zuckernase. Folgendermaßen ging die Verkostung vonstatten:

Wie bei der Weinverkostung schnackelte Frau Soraly erst mit den Ohren, roch an jenem zu testenden Weichgummi, legte es auf die Zunge, lutschte ein wenig herum und kaute flugs in rasendem Tempo das Stück im Handumdrehen herunter.

Testprotokoll:

Dunkelrot (Himbeere) – Prädikat: gut
Lutschend absorbiert die Sorte „Himbeere“ wie in ihrer Geruchsphase einen leicht dunklen, angenehmen Zug von vollmundiger Frucht, der bei schnellem Kaugenuss viel zu hastig wieder in den Lungenflügeln verschwindet.

Hellrot (Erdbeere) – Prädikat: befriedigend
Allerwenigstens fein bleibt die transformierte „Erdbeere“ (vorherig in der Farbe Grün zu finden) in Nase und Mundwinkeln hängen. Bestens geeignet für lange zarte Stunden der Glücksbärchis. Ohh, fantastico. Achtung Verwechslungsgefahr! „Himbeere“ haucht einen leichten Ton dunkler.

Grün (Apfel) – Prädikat: mangelhaft
Geruchlos mit Verstärkern hoch dreieinviertel, bei denen die Geschmacksknospen nur so vor sich hin kneten, um die Zuckerallüren wieder los zu werden. Bitte äußerst zügig verputzen und danach Mund gut ausspülen. Gefahr der Säurevergiftung.

Gelb (Zitrone) – Prädikat: ausreichend
Angenehmer Hauch eines Zitronenbusches an der nächsten Bauernhofecke. Ebenfalls, wie mit der Sorte „Apfel“ geschehen mehr als einen Tick zu begossen von Zusatzstoffen, die die Drüsenfunktionen unter den Achseln erheblich erhöhen.

Orange (Orange) – Prädikat: gut
Sanft in seiner Duftnote zerschmilzt ein herber Orangenabkömmling auf der Zunge. Sein Wille ist stark, dort für immer zu verweilen. Aufgrund seiner herben Geschmacklichkeit ist ein kleiner Schock am Anfang nicht unangebracht, jedoch bessert sich seine Performance erstaunlich zügig und wartet auf mit einer durchaus für Stunden andauernden Saftwirkung.

Weiß (Ananas) – Prädikat: mangelhaft
Unangenehm von Aussehen und Geruchsbildung, die beide extrem blass oder untauglich für ein Fruchtgummi in die Welt ziehen. Den wahren Würgereiz erzeugt das schleimige Etwas jedoch in genauerer Zungeneinwirkung: Untergeschmack, Untergeschmack, Untergeschmack! Ekelhafter Untergeschmack. Würgereiz garantiert. Unter Einwirkung des schon scheinheiligen Äußeren ein kleines Plus. Das weiß spricht die Wahrheit. Besser von der Unsichtbarkeit nicht täuschen lassen.

Haribo Goldbären

Ergebnis: Eine dröge Frittenmischung, die mit jedem Fruchtteebeutel gesünder und runder vonstatten gehen könnte. Für Zunge, Zähne, Herz und Magen eine erfrischende Reizmischung, die eingeschränkt nur Kassenpatienten zu empfehlen ist. Ein Hurra auf bunte Wichte, die seit 1922 noch nicht abgestochen wurden.

Notendurchschnitt: 3,5. Die „Stiftung Soralyness“ erstattet Schadenersatz und eine Radikaldiät. Prädikat: ausreichend.

7 Responses to “Kritik: Haribo Goldbären”


  1. 1 fernseherin August 9, 2007 um 9:13 am

    Neue Farben gibt es also auch. Aber ob das reicht, um von meinen Fruchtsaftbären umzusteigen oder in Zukunft auf Katjes‘ ‚Saure Ananas‘ oder Joghurt zu verzichten?
    Immerhin: Den Erdbeeren jetzt statt grün eine rote Farbe zu geben, ist schon ein gewagter Schritt. Damit muss man erstmal klarkommen als dummer Kunde. Ich werde in den nächsten Tagen auch mal testessen.🙂

  2. 2 Twig August 26, 2007 um 4:50 pm

    Und wieder was gelernt. Denn dies wusste ich nämlich noch gar nicht. War ich wirklich so lange im Urlaub?

    Ich freue mich schon den neuen Geschmack „Apfel“ zu probieren – trotz der Warnung!

  3. 3 Soraly August 26, 2007 um 5:02 pm

    Merkwürdig finde ich mittlerweile auch, dass ¾ der Packungen eher eine sehr zähe klebrige Variation der Goldbären präsentieren. Jene wirken im Gegensatz zu den normalen richtig richtig frischen schon von der Konsistenz her leicht abgestanden. Und natürlich habe ich die Packungen nicht zwei Wochen vorher aufgemacht😉 .

  4. 5 fernseherin August 28, 2007 um 10:07 am

    In die Sonne legen sollte man sie natürlich nicht.😉

  5. 6 Soraly August 28, 2007 um 3:51 pm

    Die Supermarktverkäuferin ist schuld! Der Edeka des Grauens wirft halt nur Billigware nach. Vielleicht waren das gar keine Tommy-Goldbären?

  6. 7 L.Kriewaldt November 12, 2014 um 7:14 pm

    Gummibärchen sind immer lecker,nervennahrung,die weißen sind die bessten.Warum muss ein Prominenter teure Werbung für ein Leckerchen machen?Das Geld kann man in Hilfsprojekte einbinden ,und vor allen Dingen in ihren wertvollen Mitarbeitern investieren.Der Herr Gottschalk hat genug ,am Fließand die müssen noch eine Menge laufen.


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