Kurzkritik: Sin Eater – Die Seele des Bösen

The Order
USA, Deutschland 2003
Start: 05.02.04

Sin Eater - Die Seele des Bösen

Regie: Brian Helgeland
Drehbuch: Brian Helgeland
Darsteller: Heath Ledger, Shannyn Sossamon, Benno Fürmann, Mark Addy, Peter Weller, Francesco Carnelutti, Mirko Sbragia, Alessandro Costanzo

2/10 Punkte

Kritik: Denn er wusste nicht, was er tat. Brian Helgelands grausamer Okkultthriller „Sin Eater – Die Seele des Bösen“ ist eine bestialische Ausgeburt des Teufels höchstpersönlich. Ein erbärmliches Frikassee an dunklen Eingängen in die menschliche Seelenlandschaft, in dem die Sünden Ungläubiger in feinen und noch nie gesehen abgründigen Spezialeffekten in den Körper und Geist von so genannten „Sin Eatern“ oder „Sündenträgern“ übergehen. Nach „Mystic River“ und „L.A. Confidential“ beweist Helgeland ganz vorzüglich, welch verborgener Mistelzweig nach dem unzählige Male kopiertem Paradebeispiel des übernatürlichen Gottesgrolls „Der Exorzist“ ihn übermannte. Dem Treiben des dämonischen Drehbuchs ist kaum ein Rad zu viel, so wetzt es in düsteren Gängen mehr oder minder schwachsinnig an den Fersen seines Hauptdarstellers Heath Ledger, der den Priester Alex Bernier verkörpert. Dieser wird wegen des angeblichen Selbstmordes an einem Kardinal fix nach Rom beordert. Zufällig triff er dort auf den „Sündenträger“ William Eden (Benno Fürmann), der langsam seiner langweiligen Arbeit müde wird, und seinen göttlichen „Job“ an Bernier abtreten möchte. Wie es Himmel und Hölle wollen, ist Bernier milde erfreut über die plötzliche Unterweisung.

Sein verschwörerischer Untertitel „Die Seele des Bösen“ spendet „Sin Eater“ noch eine weitere Facette des abgöttischen Gemunkels, der die Wallungen der mörderischen Exorzismusmaschinerie schon in Rupert Wainwrights „Stigmata“ zum Stillstand in die Hölle befördert hatte. In grenzenlos geschwollenen Monologen philosophiert hier und da der große Prophet über Sein und Nichtsein und vergisst dabei, dass keinesfalls Shakespeare der richtige Mann für nichtsnutziges Teufelszeug war. Es wird geredet und geredet, ohne Sinn und Verstand. Eine Zumutung ist Helgelands „Sin Eater“ für all sein unrundes theologisches Geschunkel.

Autorin

4 Responses to “Kurzkritik: Sin Eater – Die Seele des Bösen”


  1. 1 fernseherin August 12, 2007 um 7:19 pm

    Eigentlich schade, ich fand die Grundidee nicht mal so schlecht. Aber wer um Himmels Willen hat Benno Führmann hier besetzt?

    Naja, ich muss jetzt. Rom ruft.🙂

  2. 2 Soraly August 12, 2007 um 7:30 pm

    Ohne „h“ (möchte ich meist auch immer mit schreiben)😉 .

    Deutsche in Hollywood, klappt leider sehr selten. Der Kretschmann ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

    Bei „Rom“ muss ich sehr grinsen. Morgen schau ich doch glatt „Hallam Foe“ mit dem Herrn Hinds an. Verfolgungswahn😉 .

  3. 3 fernseherin August 13, 2007 um 11:16 am

    Den Herrn Hinds schätze ich mittlerweile doch sehr. Leider ist er jetzt tot. Beziehungsweise Cäsar.😉

    Benno Fürmann? Sieht aber komisch aus. Na gut, dann ändere ich das mal schnell.😉

  4. 4 Soraly August 13, 2007 um 11:18 am

    Ben Kingsley auch. Also „Ghandi“😉 .


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