Kurzkritik: Die Liebe in Mir

USA 2007
Start: 16.08.07

Die Liebe in Mir

Regie: Mike Binder
Drehbuch: Mike Binder
Darsteller: Adam Sandler, Don Cheadle, Jada Pinkett Smith, Liv Tyler, Saffron Burrows, Donald Sutherland, Robert Klein, Melinda Dillon

Anmerkung: Ich bitte die ungewöhnlich lange Verzögerung zu entschuldigen. „Die Liebe in Mir“ wurde schon vor mehr als einem Monat im Rahmen des „Filmfest München“ gesehen, die Kritik im Anschluss geschrieben. Die kurze Länge hatte immer auf eine Verlängerung gewartet, die nun nicht mehr eintreffen wird.

7/10 Punkte

Kritik: Auf die Katastrophe folgt das Happy-End. In Hollywood bedeutet dieser Leitfaden ohne Sinn und Verstand eine Verfilmung den Herren Drehbuchautoren aus der Nase zu ziehen, die dutzendfach in anderen Themenkomplexen schon Abhandlung erfuhr, nur im Speziellen einen Geldgewinn darstellen kann. Sie schreiben drauflos, nehmen schnell, die Unglücke der nahen Geschichte schließlich sind unlängst oberflächlich verbraucht und müssen leidig schnörkellos zusammen gefriemelt werden, den 11. September 2001 zur Hand und bauen die vor Kitsch triefenden Bahnen in ihren neusten versalzenen Clou „Die Liebe in Mir“ ein. Der ergebende zusammenstürzende Gefahrenkomplex beileibe hält sich entgegen der auftürmenden Farce eines dramatischen Adam Sandler in Grenzen, evakuiert die Gebäude Heulgarantie und Rührungssinn spät bis gar nicht und löst in seinem Heldentrunk, den eigentlichen 11.09.01 nur zweckmäßig zur Katastrophenbildung auszuspannen, gewiss rätselhaftes Unbehagen. Trotz qualvoller Tränen strotzen die angeleinten Schauspieler allerdings dem Rad der Hollywoodzeit und präsentieren in bester Top-oder-Flop-Manie ein recht liebliches Stück, angereichert im superben Soundtrack und dem Willen nicht den großen Wurf zu landen.

Weitreichendes und unübersehbares Manko bleibt in allen Belangen allerdings die klischeetriebene Handlung. Erfolgreicher Arzt Alan Johnson (sympathisch, Don Cheadle) trifft Altstudienfreund Charley Fineman (abseits spezifizierter Nervigkeit, Adam Sandler) und rudert mit ihm gemeinsam durch die Quallen von Verlust und Schmerz. Videospiele, schnelle Rollerfahrten in wilden Kamerawechseln zwischen den Hochhauskolumnen New York Citys später ist der Ausgang ein vorbestimmter Sog des Vergessens und Neuanfangs, die typische Hollywood-Rappelkiste aus einer Prise ehrlicher Komödie, viel Tränenvergießen und sentimentalem Kitsch. Abseits ausgetrampelter Pfade stürmt mitunter eine Welle Realismus zwischen „Die Liebe in Mir“, zersetzt Angst zu Neugierde und Mut, Entscheidungen des Lebens mit Ehrfurcht zu tragen. Leben mit Verlust, oft gesehen, oft heulend verschlungen, oft im Anschluss gehasst. „Die Liebe in Mir“ verschwendet eine Bare voll Menschlichkeit nicht, er nutzt sie würdevoll. Auch mit heuchelnder Tränen ein gelungener, schmerzvoller Trip.

Autorin

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