Kurzkritik: Suspect Zero

USA 2004
Start: 14.10.04

Suspect Zero

Regie: E. Elias Merhige
Drehbuch: Zak Penn
Darsteller: Aaron Eckhart, Ben Kingsley, Carrie-Anne Moss, Harry J. Lennix, Kevin Chamberlin, Julian Reves, Keith Campbell, Chloe Russel, Ellen Blake

4/10 Punkte

Kritik: Serienmörder (Ben Kingsley) jagt Serienmörder, die er in einer Art obskurer Hellseherei ausfindig gemacht hatte und nun zur Strecke bringt. Mit einem durchgestrichenen Kreis gebrandmarkt wird der Fall nach dem Tod eines Mörders zwischen zwei Bundesstaaten ans FBI, explizit Agent Thomas Mackelway (Aaron Eckhart), der nach einer Pleite in das graue Albuquerque strafversetzt wurde, weitergegeben. In „Suspect Zero“, der noch vor der Zeit der knallharten deutschen Übersetzungen oder Untertitel 2004 das Licht der Welt betrat, ansonsten würde er tragend „Verdächtiger Null Null Nix“ verlauten, handelt es sich um das ewig belanglose Kaninchen aus der „Sieben“-Meuchelgeschichte. Schwarz in Grau tropft und sprüht der Gartenschlauch voll Regen über den verdächtig kahlen Häuserwänden, wenn er nicht gerade bedeutungsschwanger seinen Platz für lautmalerisch inszenierte Kniffe räumen muss. Filmästhetik bedeutet in „Suspect Zero“ lediglich abseits der offensichtlichen Verwischungseffekte, grobstichigen Visionen oder in plastisches Rot getauchten Fernwahrnehmungen, stereotype und melodramatische Spannung zu erzeugen.

Aus den Hufen seiner belanglosen Handlung, die selbst über minderwertige 99 Minuten grundlos mit jeder Sekunde mehr Ballast und einfältige Wendungen schneidet, übt „Suspect Zero“ in seiner trantütigen Wiederholung aller Serienmörderfilm-Klischees lediglich in Form des hochkarätigen Ben Kingsley gewisse Gänsehaut aus. Doch Kingsley ist keine Neuerung in dem altbackenen Mechanismus, den „Suspect Zero“ aufzupolieren versucht, seine Rolle verfängt sich in den garstigen Zischlauten aus „Sexy Beast“ und einer unnötigen Prise einer intelligenten „John Doe – Hannibal Lecter“-Mutation. Gegen all die Mühe und Anstrengung verkörpert Elias Merhiges pseudowachsamer Psycho-Thriller „Suspect Zero“ dann nur eines: eine billige Kopie eines Markenproduktes.

Autorin

6 Responses to “Kurzkritik: Suspect Zero”


  1. 1 fernseherin August 27, 2007 um 9:49 am

    Den muss ich mir noch angucken, daher schreibe ich meine Meinung (und lese deine) dann später. 🙂

  2. 2 Soraly August 27, 2007 um 5:04 pm

    Die gute Geduld, Frau Fernseherin, Sie stellen sie wieder auf die Probe 😉 .

  3. 3 fernseherin August 28, 2007 um 9:21 am

    Ich bin irgendwie blogträge. 😉

  4. 4 Soraly August 28, 2007 um 3:52 pm

    Boykott!

    (Ich darf heute mal ausbrechen. Warum, steht diese Woche in der übernächsten Kritik – Spannung 😉 )

  5. 5 fernseherin September 4, 2007 um 6:15 pm

    Ja, ich denke, wir sind uns einig. Aber dein Verriss ist noch ein bisschen knackiger.
    Und Ben Kingsley geht mir langsam auf die Nerven.

  6. 6 Soraly September 4, 2007 um 8:08 pm

    Kommen demnächst nicht wieder die Grabsteintage? 😉

    (Das wär doch mal was: Design dir den Grabstein deines Lieblingstars.)


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