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Kritik: Sherlock – Staffel 1

Regie: Paul McGuigan, Euros Lyn
Drehbuch: Mark Gatiss, Steven Moffat
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Una Stubbs, Rupert Graves, Louise Brealey
Laufzeit: 90 Minuten
Verleih: Polyband

6/10 Punkte

Kritik: Eine der kürzlich aufgeworfenen Indizien um die Tiefe, mit der Holmes den westlichen Kulturkreis beherrscht, fordern Steven Moffat und Mark Gatiss als Schöpfer der Serie „Sherlock“, und ihrer wilden Wut die holmes’schen Tropen nicht ausschließlich den Werken von Doyle zu entleihen, sondern zwischenzeitlichen Adaptionen. Der Diskurs entfacht Holmes als Soziopath mit Suchtproblem, der Fälle lediglich verfolgt, um seinen Intellekt zu stimulieren und keinen Gedanken vergibt an die Leben, die zahlreich auf dem Spiel stehen.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.

Wir streiken, aber feiern

Die Gilde der Drehbuchautoren empfängt trotz des gestern angebrochenen Streiks ihre eigenen Genossen und Genossinnen zur feierlichen Party der „Writers Guild Awards“. Nachdem der Sinn der Auszeichnung einzig einer Belohnung und Wertschätzung der besten Drehbuchschreiber des Jahres entgegen schlägt, kommt diese Meldung weder überraschend, noch kontrovers. Obwohl die Grundlagen für die fortdauernde Länge des Streiks durchaus Grund zur Sorge für die hiesige Gemeinde Hollywoods sein sollten: die Verleihung der „WGA“s findet erst am 9. Februar 2008 statt. Somit würde der Streik bis dato 15 Wochen andauern. Im Vergleich mit dem letzten Streik 1988, der 22 Wochen sein Unwesen trieb und dem Filmgeschäft 500 Millionen Dollar aus den Fingern zog, dürfte also mit nichts weniger, als horrenden Einbrüchen des Fernseh- und Kinogeschäfts gerechnet werden.

Ein Ende der Fahnenstande ist auch mit einer Einigung zwischen der Allianz der amerikanischen Film- und Fernsehproduzenten („AMPTP“) und der „WGA“ nicht zu erwarteten: Die Tarifverträge der Schauspieler und Regisseure nämlich, laufen im nächsten Juni aus. Ein großes Schlachthaus ist hier erwartungsgemäß.

Streik!

Streik

Blondine gegen Blondine

Samstagabende können impertinenter nicht sein. Entweder lockt die wallende Lockenpracht Thomas Gottschalk Pseudo-Stars aufs „Wetten, dass … ?“-Sofa, Günther Jauch zockt um ein paar Millionen in seiner „5 Millionen SKL Show“ oder eben Stefan Raab gibt mal wieder die Hölle auf Erden frei. „Schlag den Raab“ heißt das Prinzip dann – was nicht bedeutet, dass jenes „schlagen“ auf den Zuschauer übergibt. Der wird dann meistens nur mit Langeweile bestraft.

Schöner als die mittlerweile siebte Ausgabe des grenzdebil blödeligen Machwerks der Fernsehunterhaltung, war und ist allerwenigstens eine Zusammenfassung darüber. Da stehen im Schmöker der „Süddeutschen“ fast elitär literarische Ergüsse gegenüber, tanzen Limerick und Sonett, innerer Monolog und Kommentar, Kinderlied und Fabel, Hexameter und Haiku. Manchmal wirkt das auch bizarr, aber immerhin: Literatur als Hohelied auf die morbide Fernsehlandschaft.

Schrei, wenn du kannst

Das Wort zum Sonntag wird geschrieen: „Schlag den Raab“ nach langer Durststrecke wieder mit einer Frau. Ob das die nicht vorhandene Spannung steigert? (Oder drückt, weil das Weib nach der ersten Runde bereits durch blödsinnige Quirligkeit auffällt?)