Archive for the '– trailer' Category

Jugend ohne Ziel, Alter ohne Tod

„Not just fans of Francis Ford Coppola will be disappointed by the mishmash plotting and stilted script of „Youth Without Youth“, the master’s first helming effort in 10 years. Overly talky tale spans the mid-20th century, following an elderly professor whose miraculous return to youth offers the chance to complete his magnum opus and rediscover lost love. Attempting to harness multiple genres, pic is brought down by ponderous dialogue (much of it dubbed) and an inability to connect with its characters.“ (Variety)

Eine merkwürdige Mischung aus „The Prestige“, „The Fountain“ und „Mulholland Drive“ entbrennt im Trailer von „Youth Without Youth“. Das Alterwerk von Francis Ford Coppola ist so experimentell, verstörend, zugleich billigend, absurd und grotesk miteinander verwoben, es wolle eine Frischzellenkur des Films anstiften. Dabei schlägt ein Blitz auf einen todeswütigen Mann nieder, 70, und zog die Jugend zurück.

Advertisements

Trailer: The Eye

USA 2007
Start: 06.03.08

Noch kein Poster vorhanden.

Regie: David Moreau, Xavier Palud
Drehbuch: Sebastian Gutierrez, Jo Jo Yuet-chun Hui
Darsteller: Jessica Alba, Parker Posey, Alessandro Nivola, Chloe Moretz, Rade Serbedzija, Rachel Ticotin, Girard Swan, Tegan Moss, Jessica McLeod.

Paradox: Jessica Alba blind – der Zuschauer taub. Bis auf eine leicht benebelnde Melodie, deren Druck im Vordergrund pustet, aber zum Prusten einlädt, erklingt in dem Teaser-Trailer zu „The Eye“ rein gar nichts. Wahrscheinlich soll dies Spannung und auch Freude hervorrufen, endlich das Remake von der asiatischen Stange der Pang-Brüder in der entmystifizieren Variante zu genießen, in dem Zuckermäuschen Jessica Alba plötzlich durch eine Transplantation der Hornhaut wieder sieht – nur allerhand Unheilvolles der ehemaligen Besitzerin. Das amerikanische Pseudogewurschtel mutet allerdings eher wie eine gewaltige Holzfällerladung einer unschuldig blickenden Alba an, die in „The Eye“ noch weniger schauspielerisches Talent besitzt, als ihr feuchtfröhlicher Ausrutscher in „Good Luck Chuck“ argwöhnen ließ. Dabei verlautet letzterer im Deutschen „Der Glücksbringer“. Welch Ironie.

Trailer: http://movies.yahoo.com/movie/1809824029/video/4503020/standardformat

Trailer: Charlie Wilson’s War

USA 2007
Start: 07.02.08

Noch kein Poster vorhanden.

Regie: Mike Nichols
Drehbuch: Aaron Sorkin, George Crile
Darsteller: Tom Hanks, Julia Roberts, Emily Blunt, Amy Adams, Philip Seymour Hoffman, Rachel Nichols, Mayte Garcia, Ned Beatty, Shaun Toub, Jud Tylor, Om Puri, Faran Tahir

„Bye bye Miss American Pie,
Drove my Chevy to the levee but the levee was dry
Them good ol’ boys were drinkin whiskey and rye
Singing ‘This’ll be the day that I die,
This’ll be the day that I die.’“

Im Jahre 1966 kreierte Mike Nichols mit seinem Regiedebüt „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ den ersten Aufstand einer durch das Theater geprägten Kariere, die Fluge fortwährend Konflikte in ihrem drastischen Naturell anstrebte. Von Göttern geleitet, begannen raubeinige Dialoge ihren Weg von Bühnen auf damals keusche und unbeholfene Leinwände, als wenn Worte nur sanft, nie herb und saftig zu sein hatten. Zusammen gezwängt kamen ihm das Idol der Frauenbewegung Virginia Woolf gelegen und ein Schauspiel des Dramatikers Edward Albee, die den Startschuss einer alsbald unausgegorenen Karriere bildeten. Was vermixt werden konnte, wurde vermixt. „Die Reifeprüfung“ ging in „Die Waffen der Frau“, „Wolf“ zu „Good Vibrations“ über, auf die Miniserie „Angels in America“ folgte „Hautnah“.

Im Jahre 2007 rührt das Bild Traditionen munter durcheinander, verdeckt die Schmach des neumodischen Hollywood, das ohne Prise Innovation verschüttet und Originalität sogleich kanzelt. Mike Nichols ist geblieben, wo er war. Seine Idole leicht umgekrempelt, führt in „Charlie Wilson’s War“ Charlie Wilson den Krieg der Übriggebliebenen. In der Hoffnung seinen Beitrag zum Irakkrieg abzusondern spielt Tom Hanks einen texanischen Kongressabgeordneten, der um Himmels Willen afghanische Rebellen im Kampf gegen die Sowjetunion unterstützt. Dem Drama nicht genug, lautet der Untertitel: „Inspiriert von einer wahren Geschichte“. Zumindest inspiriert wurde Nichols demnach – ohnehin mehr, als heutige Blockbuster weismachen. Ob dieser leicht blödeligen Historienstunde wie im Trailer der Pfeffer stecken bleibt?

Trailer: http://movies.yahoo.com/movie/1809774261/video/4486824

Trailer: Die Liebe in Zeiten der Cholera

CEREALITY erreicht ihr ab sofort mit Schmackes und Visionen unter: http://www.cereality.net/

USA 2007
Start: 21.02.08

Die Liebe in Zeiten der Cholera

Regie: Mike Newell
Drehbuch: Gabriel Garcia Marquez, Ronald Harwood
Darsteller: Javier Bardem, Salvatore Basile, Alicia Borrachero, Benjamin Bratt, Adriana Cantor, Patricia Castaneda, Hector Elizondo, John Leguizamo, Ernesto Leszek, Liev Schreiber

Verworren, wie ein Kandidat für den „Oscar“ nie war, kam hinlänglich das bezaubernde, dennoch schlichte Poster der Romanverfilmung von Gabriel Garcia Marquez daher, der in „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ eine elendige Liebesgeschichte über Jahrzehnte spannt. Regisseur Mike Newell strotzt dem Klischee beladenen Fiasko in seiner Adaption nicht, zumindest im ersten Einblick in die grau melierte Welt der Cholera, die der Trailer trunken und einschläfernd präsentiert, als wenn Sülze kein besseres Gewand formen könnte. Hinlänglich bekannt für widerspenstige Schauspielkunst echauffiert John Leguizamo sich in fünf Sekunden und zeigt Qualitäten, die wahrhaft preiswürdig sind … für die goldene Himbeere. Da von dem aufbegehrenden Contergan Javier Bardem allerwenigstens besseres zu erwarten ist, versinkt „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ nicht vollkommen im Dreck, obgleich der Trailer einiges an den wahren filmischen Erguss verlangt: Langeweile, Liebe, Lust, Langeweile, Liebe, Lust. Diese Mischung und ein voraussichtlich, wie die Liebesgeschichte an sich, elendig elend langer Film machen tatsächlich Lust. Lust, einen Kinobesuch der Cholera zu überlassen.

Trailer: http://video.msn.com/dw.aspx?mkt=en-us&tab=s120&dw=1&rf=http://movies.msn.com/movies/movie-trailers/browse&fg=&from=01/64&vid=cbc412b6-41f8-4408-9253-dcb9ae9a2493&playlist=videoByTag:mk:us:vs:0:tag:movies_trailers:ns:MSNVideo_Top_Cat:ps:10:sd:-1:ind:1:ff:8A

Trailer: Sweeney Todd

USA 2007
Start: 21.02.08

Sweeney

Regie: Tim Burton
Drehbuch: John Logan, Stephen Sondheim
Stimmen: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman, Timothy Spall, Sacha Baron Cohen, Jamie Campbell, Ed Sanders, Anthony Head

„Attend the tale of Sweeney Todd. His skin was pale and his eye was odd. He shaved the faces of gentlemen who never thereafter were heard of again. He trod a path that few have trod. Did Sweeney Todd. The demon barber of Fleet. Street.“

Er kam, er sah, er mordete. Ganz so erstaunlich leicht, wie der Trailer es uns vormachen möchte, ist die Geschichte um „Sweeney Todd“ wahrlich nicht. Erst fällt er in Ungnade, dann ruft der Kerker und schließlich besitzt er nichts – keine Familie, kein Heim, keine Identität. Wie „Batman“, der dunkle Rächer in der Nacht, schleicht er durch die Straßen, um alle Seelen, die sich auf seinen Friseurstuhl niederlassen, den Hals zu durchtrennen. Doch bereits in den niederlassenden Worten fällt Tim Burtons Adaption des Broadway-Musicals faszinierend nutzlos aller Worte auf. Verwaschene Launen treffen plötzlich auf lichterloh brennende Räumlichkeiten, die sofortig in die alte Trostlosigkeit zurückfallen, wo die Männer düstere Augenringe, krankhafte Gesichter und wuchernde Bartstoppel besitzen und den Blick längst gelangweilt schweifen lassen, bevor jedes Wort zuviel sein könnte. Eine Strähne grauen Haares verläuft durch die ansonsten geknickte Pracht von Johnny Depp, der mit höchst viel Make-Up Formen Marilyn Mansons annimmt, trotz allem hier der Glaube keimt, Burton hätte ein weiteres Mal ein Meisterwerk geschaffen.

Denn obwohl die Gesangseinlage Depps deplaziert und schräg wirkt, ist das Gesicht des Films allemal ein anderes, nämlich des eines Musicals. Und dennoch wälzt „Warner Bros.“ die Knöchel und pocht auf einen Schimmer von Trash, bei dem Finger über Kisten hängen und gewetzte Klingen das Blut sprudeln lassen. „Did Sweeney Todd.“

Trailer: http://movies.yahoo.com/movie/1809834155/video/4367764/standardformat/

Trailer: Wall-E

USA 2008
Start: 02.10.08

Wall-E

Regie: Andrew Stanton
Drehbuch: Andrew Stanton
Stimmen: Fred Willard, Jeff Garlin, Ben Burtt

Die kleine Lampe hüpft auf ihr Feld – das große „I“ – ploppt auf den Buchstaben und wird … blöd von einem Roboter angemacht. Der lacht von der Seite das ausgefallene Lämpchen an, dreht ein neues ein und fährt widerwillig, mit einem leichten Tätscheln seiner Roboterfinger über die stählerne Wärme seines Freundes, an seinen vorbestimmten Platz. Denn ein überrolltes „R“ kann für kein „Pixar“ stehen, so muss der Roboter allein herhalten und ackern, bis er seinen Körper knickt und biegt – und tatsächlich ein rostiges „R“ dort prangt. Abgesehen von der typischen Glaubensphilosophie, alles Niedliche erweicht im Grade seiner Niedlichkeit das Herz des Betrachters, krankt „Wall-E“ minder an menschlichen Sporadium, als seiner Sprache. Tatsächlich läutet der Film eine geradewegs minderwertig konstruierte Kinderbuchfassung überwältigten menschlichen Lebens ein, dass im Nimmermehr der Zeit auf der Strecke geblieben ist. Die nunmehr schütteren Landschaften wallen unbewohnt, wohl mit dem durchaus banalen Kontext, den Menschen irgendwann mit seiner Erfolgsgier gestraft und stattdessen Roboter nach dessen Ableben an die Macht gesetzt zu haben.

Für die unschuldigen Fabelgeschichten aus dem Kader der Animationsschmiede „Pixar“ verkommt „Wall-E“ beileibe eher nach den Klängen einer Sonde „2001“, die den intelligenten Supercomputer „Hal“ in den Weltraum stieß, um später auf der Erde wohlig einen Neubeginn zu wagen. Mag mit Quieken und Zischen keine Konversation zustande kommen, tritt zumindest die Liebe sogleich in das Leben des Roboters „Wall-E“ ein. Somit wäre der Fortbestand gesichert – ob die Welt vom Müll befreit ward, steht allerdings weiterhin in den Sternen. Dem sei hinzu gefügt: alles Niedliche erweicht das Herz des Betrachters. Und wenn es glubschende Altpapierkübel sind.

Trailer: http://movies.yahoo.com/premieres/4180381;_ylt=AmXF_AHByX2DvrQNuZiSC5xfVXcA

Trailer: Southland Tales

USA, Deutschland 2006
Start: xx.xx.08

Southland Tales

Regie: Richard Kelly
Drehbuch: Richard Kelly
Darsteller: Dwayne Johnson, Seann William Scott, Sarah Michelle Gellar, Mandy Moore, Cheri Oteri, Will Sasso, Miranda Richardson, Jon Lovitz, Kevin Smith, Todd Berger

„This is the way the world ends.“

Nehme nie einen Schauspieler, der kaum die Grundfeste der Handlung eines Films versteht. Richard Kelly umgeht diesen Ratschlag und spinnt mit Dwayne „The Rock“ Johnson trotz aller Fahrigkeit eine Geschichte um unendliche Welten und Materialschlachten in einer Zukunftsvision, deren Sinn hinter schwarzer Komödie und viel Brimborium verborgen liegt. In Cannes voll großer Hoffnungen vorgestellt offeriert Kelly, dessen Erstling „Donnie Darko“ bereits einen neumodischen Klassiker darstellt, Sinn mit viel Unsinn. In seiner Fassung von drei Stunden allerdings kommt „Southland Tales“ nicht in die deutschen Kinos; es folgt eine Kürzung und Verlängerung der Sci-Fi-Anteile inklusive allerlei Action und sinnentleerter Dialoge. Gelingt es Kelly dennoch wie Darren Aronofsky mit „The Fountain“ ein Publikum zu erreichen, könnte „Southland Tales“ durchaus noch zu einer intelligenten Zeit- und Raumparabel durchbrechen. Seine mitunter banal anmutende Charakterzeichnung allerdings ist schon in der Gegenwart miserabel: Action-Film-Star (The Rock) trifft auf Pornostar (Sarah Michelle Gellar) trifft auf Polizisten (Seann William Scott).

Trailer: http://movies.yahoo.com/movie/1809233751/video/4164037/