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Kritik: Deadwood – Erste Staffel

Regie: Walter Hill, Davis Guggenheim, Alan Taylor, Ed Bianchi
Drehbuch: David Milch, Malcolm MacRury, Jody Worth, Elizabeth Sarnoff, John Belluso
Darsteller: Timothy Olyphant, Ian McShane, Molly Parker, Brad Dourif, W. Earl Brown, John Hawkes, Paula Malcomson, Dayton Callie, Leon Rippy, William Sanderson
Laufzeit: 60 Minuten
Verleih: Paramount Home Entertainment

8/10 Punkte

Kritik: South Dakota, 1876. Männer sind Männer, Frauen sind Prostituierte, und Schweine tun, was sie am Besten können: die Überreste erschossener Versager fressen. Das Land ist karg und spärlich um das Lager namens „Deadwood“ im Territorium der Sioux; dem brandenden Mythos Amerika und seiner zerfleischenden Poesie, jeder könne in einem Atemzug Herr eines Landes werden. Sie trinken und spielen, töten und tricksen, gehen einander mit Wollust an die Gurgel.
Dabei lallen die Produkte dieses Westernfirmaments eigentlich in einem hochgesinnten, beinahe shakespeareschen Stakkato sich gegenseitig Salben garstig strukturierter Dialoge entgegen. Eine Erzählung der Schwanzlutscher und Hurensöhne ersteht in David Milchs „Deadwood“.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.

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Kritik: Trance

Kinostart: 08.08.2013

Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Joe Ahearne, John Hodge
Darsteller: James McAvoy, Vincent Cassel, Rosario Dawson, Danny Sapani, Matt Cross, Wahab Sheikh, Mark Poltimore, Tuppence Middleton, Simon Kunz, Michael Shaeffer
Laufzeit: 101 Minuten
Budget: 20.000.000 $
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

3/10 Punkte

Kritik: Ertränkten die kleinbürgerlichen Abziehbilder „Trainspotting“ (1996) und „Lebe lieber ungewöhnlich“ (1997) die Trostlosigkeit in Drogeneskapaden und hoffnungsfroher Amoral, erweitert Danny Boyle das Schreckenskabinett des Ekels in „Trance“ mittels durchsiebter Genitalien und nicht nur im übertragenen Sinne kopfloser Mobster. Dabei hängt die Kamera unentwegt fürchterlich schräg, und das spitz zurückgeworfene Licht der Glasfronten flirrt der eigenen bedeutungslosen Symbolik entgegen, die Boyle mit schwangerer Melodramatik in den üblich rauschhaften Ästhetizismus überführt. Das Kalkül hinter dem anfänglichen Minimalismus ist simpel, wie ein Boyle häufiger ist, aber leider auch dümmlich dreist, wie ein Boyle zugegeben seltener ist.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.

Kritik: Das ist das Ende

Kinostart: 08.08.2013

Regie: Evan Goldberg, Seth Rogen
Drehbuch: Seth Rogen, Evan Goldberg
Darsteller: James Franco, Jonah Hill, Seth Rogen, Jay Baruchel, Danny McBride, Craig Robinson, Michael Cera, Emma Watson, Mindy Kaling, David Krumholtz
Laufzeit: 107 Minuten
Budget: 25.000.000 $
Verleih: Sony Pictures Releasing GmbH

6/10 Punkte

Kritik: Trotzdem ist „Das ist das Ende“ großartige Unterhaltung und neben „The World’s End“ die größte Hoffnung im Comedy-Bereich dieses Jahr. Ein großartiges Finale beendet den Film genauso gut, wie er begonnen hat und macht glücklich, ihn gesehen zu haben. Ohne Frage hat der Film Schwächen, diese sind aber zu verkraften und als Unterhaltungsprodukt irrelevant. Dank der Schauspieler und der kompromisslosen Geschichte, die weder Fragen stellt, noch Antworten gibt, ist das Absurde stets vorrangig. Und eben dieses Absurde hält den Humor auf einer guten Distanz zur Niveaulosigkeit.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.

Kritik: Conjuring – Die Heimsuchung

Kinostart: 01.08.2013

Regie: James Wan
Drehbuch: Chad Hayes, Carey Hayes
Darsteller: Vera Farmiga, Patrick Wilson, Lili Taylor, Ron Livingston, Shanley Caswell, Hayley McFarland, Joey King, Mackenzie Foy, Kyla Deaver, Shannon Kook
Laufzeit: 112 Minuten
Budget: 13.000.000 $
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

7/10 Punkte

Kritik: Im Horror gilt es nun nicht mehr Originalität walten zu lassen. Den bekannten Elementen dieser Maschinerie des Schreckens klemmt der australische Regisseur James Wan („Saw“, „Dead Silence“, „Insidious“) sogar absichtlich neuartige Zusätze ab und gleitet in „The Conjuring“ entlang des klassischen Firmaments großzügigen Spuks, dem Minimalismus zu Momenten stiller Anspannung verhilft.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.

Kolumne: Dunkle Visionen

Den einflussreichsten Prototyp filmischer Hypnose lieferte George du Mauriers Roman „Trilby“ aus dem Jahr 1894. Er beschreibt die Verführung der naiven jungen Trilby durch den Mesmeristen Svengali, während dieser ihr überirdischen Gesang stiftet. Mindestens acht Verfilmungen folgten – inklusive dem Stummfilm-Melodram „Svengali“ (1911), der erfolgreichsten Adaption mit John Barrymore (1931) und dem Fernsehfilm mit Jodie Foster als Trilby (1983), der zeigte, wie mächtig ein Hypnotiseur die Fantasie der Bevölkerung anregen konnte.

In all den Ausprägungen dieses Genres führt ein ausnahmslos männlicher Hypnotiseur eine begehrenswerte Frau als Versuchsperson mittels einem intensiven Starren in Trance. Das bedeutet im Verhaltenskodexsystem der Verhaltensforscher auch: Starren zwei Tiere einander für mehr als drei Sekunden ohne zu blinzeln an, so sind sie im Begriff entweder „zu kämpfen oder zu vögeln“.

Die vollständige Kolumne findet Ihr hier.

Kritik: Frances Ha

Kinostart: 01.08.2013

Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Noah Baumbach, Greta Gerwig
Darsteller: Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Grace Gummer, Daiva Deupree, Isabelle McNally, Justine Lupe
Laufzeit: 86 Minuten
Verleih: MFA+ FilmDistribution e.K.

8/10 Punkte

Kritik: Schließlich trägt die große Greta Gerwig ein seltenes Juwel unter der abgestandenen Fassade des Mumblecore hervor, in dieser sprühenden Parabel einer unsicheren und doch spielerischen Generation, die ihre Zuflucht im Träumen findet. Tatsächlich hypnotisiert „Frances Ha“ durch seinen Charme und eine Protagonistin, die so einzigartig, so wunderbar schillernd mit Fehlern behaftet ist, so bestimmt nach einer Limonade in einem Garten voller Zitronen sucht, dass wir eine kurze Überdosis dieses Lebens teilen möchten.

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Kritik: Upstream Color

Titel: Upstream Color
Regie: Shane Carruth
Drehbuch: Shane Carruth
Darsteller: Amy Seimetz, Shane Carruth, Andrew Sensenig, Thiago Martins, Kathy Carruth, Meredith Burke, Andreon Watson, Ashton Miramontes, Myles McGee, Frank Mosley
Laufzeit: 96 Minuten

8/10 Punkte

Kritik: Wo andere gerne scheitern, brilliert Carruth. Als Inbegriff des modernen Auteurs kontrolliert er nicht nur Regie und Schauspiel, sondern fungiert ebenso als Drehbuchautor, Produzent, Bildgestalter, Komponist und Cutter. Mit gottähnlicher Kontrolle, die schon den Versuchspersonen anhaftet, stiehlt sich Carruth als Schöpfer und Untersucher einer einzigartigen filmischen Welt davon. Indem „Upstream Color“ sich selten als gefällig oder originell wahrnimmt, wirkt er wie pures Kino; ein Tor zu einer bekannten, aber neuartigen Erzähltechnik, die auf ihre Weise funktioniert.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.