Archive for the 'Kunstfragmente' Category

Frau Soraly in Gelb

Frau Soraly

Zum heutigen Sonntag nahm sich Frau Soraly etwas ganz besonderes vor: Sie wollte gelb werden. Mittels des „Simpsonizers“ von „Simpsonize Me“ wollte sie ihr Ziel erreichen. Sofern jetzt gelangweilte Rufe ertönen: Auf der offiziellen Seite zu „Die Simpsons – Der Film“ gab es so was ähnliches schon einmal, nur ließ Frau Soraly das Ergebnis eher erschaudern. Das akkurate Fragment neumodischer Kunst allerdings erzielt einen, für Frau Soraly zumindest, extrem exakten äußerlichen Eindruck (bis auf die Tatsache, dass ihr Hals nicht in einer Linie mit ihrem Gesicht steht), den sie, wie ihr gelbes Ebenbild auch schon einsieht, die Augenbrauen in die Höhe wandern lässt. Für einen Schnappschuss einer üblichen Pose der Soraly mit verschränkten Armen gibt es hier noch einen Schatz, in kompletter Aufnahme hier.

Frau Soraly empfiehlt übrigens auf das hochzuladende Bild keinen Deut zu geben und stattdessen lieber eine komplett eigene Anpassung vorzunehmen. Und danach im Shop passend ein T-Shirt drucken lassen.

Kritik: Harry Potter and the Deathly Hallows

oder Harry Potter und der verlorene Zeitgeist
oder in purem Deutsch: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Harry Potter and the Deathly Hallows

Autorin: Joanne Kathleen Rowling

5/10 Punkte

Nachfolgende Kritik zu dem letzten Band der Harry-Potter-Reihe enthält keine Spoiler, noch sollte sie welche enthalten, noch sollte ein Suchlauf gestartet werden. Geheimniswahrer bleibt Geheimniswahrer.

Kritik: Schatten legen sich über die Welt des Lichts, der dunklen Vorahnungen, der aberwitzigen Magiespielereien. Lord Voldemort ist zurück, dennoch, die Auswirkungen dieser seit mehreren Jahren bekannten Tatsache, sie gehen erst in „Harry Potter and the Deathly Hallows“ Hand in Hand. Eine düstere Macht bildete sich aus, beginnend mit Ausbrüchen aus dem Zauberergefängnis Azkaban, die Todesser entfleuchen aus allen Ecken und J. K. Rowling, die wahre Herrscherin über das magische Verließ, sie bündelt Dunkelheit und Verderben, in einer haushohen Nationalsozialismus-Parabel. Muggelgeborene gejagt, aufgehängt, die Seelen ausgesaugt, der Palast von Intelligenz und Einigkeit, die Schule Hogwarts, eingeschlagen in weiten Wäldern, von einem Todesser als Schulleiter übermannt, Feinde des Regimes eingeengt und unterjocht. Die endgültige Auferstehung mündet in einer Totalität von Unterdrückung und der beengenden Erkenntnis: Die Hoffnung auf Rettung stirbt zuletzt. Mit Harry Potter einzig, und Albus Dumbledore war sich dessen bis vor seinem Tode durch den Zaubertrankmeister Severus Snape in Absolutismus sicher, der den dunklen Lord nach dem „Keiner kann leben, wenn der andere überlebt“-Konzept zur Zerstörung führen soll, soll alle Bösartigkeit vertrieben werden.

Die ganze Kritik lesen »

Des Herzens Pamphlet

Stillschweigend verärgert wird Frau Soraly ein Nächtlein weiter über „Harry Potter and the Deathly Hallows“ schlafen, mit dem Schlaghammer beim Morgengrauen gerüstet und Kritik und Spoiler einzeln verteilend. Dem bis Oktober nicht wissend wollendem Leser wird, außer es sei sein innigster Wunsch, nichts verraten werden. Ein besseres Werk allerdings schöpft der Wind dadurch leider aber nicht.

Des Herzens Begehren

Sollte es nur lauten „Ich hab ihn“, gerade von der wortverdrehten Frau Soraly? Das Gefriemel wird sie kurzerhand aber für ein Wochenende (oder wie lange auch immer die Lesezeit an ihr zehren wird) an Frau Rowling abgeben, und 600 Seiten die letzten Worte des Potters lesen. Hach, wahrscheinlich mit Happy-End.

Mühe dem Vergleich

Frau Soraly hält allein die Hoffnung auf dem Sitz, am Samstag pünktlich ihre Harry-Potter-Amazon-Lieferung zu erhalten, und mit aufgeschlagenen Augen jene rund 700 Seiten, die in aller Hoffnung nicht der Online-(Fake)-Version entsprechen sollten, in dem ausgewalztem Wochenende durchzuradieren, um termingerecht in der kommenden Woche Kritik- und Spoilergarantien zu verschenken. Derweil möchte die deutsche Fangemeinde, jene ohne Englischkenntnisse oder mit purer Lustlosigkeit, nicht mit den absoluten Neuigkeiten bis Oktober bombardiert werden. Für diese ungewöhnliche Rasse besteht die weitere Möglichkeit Band 5 und Film 5 zu Rande zu ziehen und die Teile beide exklusiv zu vergleichen. Exklusiv? Leider, diese Möglichkeit besteht seit wenigen Tagen nicht mehr.

Geeks of Doom“ bringt in einem Hordenaufwand Vergleiche, Unterschiede, Nörgeleien beider verschiedenen Medienwerke und sammelt den Stümpertum des David Yates in kleinen Schatullen ein, der in Vergesslichkeit wichtige Inhalte der Buchreihe komplett unter Teppich und Riesen kehrte. Laut Macher fügen 17 einzelne Word-Seiten die Gesamtkomplikation. Im Gegensatz zu Film und Buch ein pures Meisterwerk der Arbeit. Inhaltsangabe gefällig?

• 4 Privet Drive, Little Whinging
• Dementors Attack
• Dumbledore’s Letter to Aunt Petunia
• Hedwig
• The Rescue From Privet Drive
• The Order of the Phoenix Headquarters
• The Ministry of Magic and the Hearing
• The Woes of Mrs. Weasley
• Hogwarts Express and Arrival at Hogwarts
• Quidditch
• O.W.L.s and Defense Against the Dark Arts
• Harry and Cho
• Dumbledore’s Army
• S.P.E.W. and the House-Elves
• Hagrid’s Return and The Giants
• Harry’s Dreams and Occlumency
• Other Elements Missing >From the Movie
• To Rescue Sirius
• The Prophecy
• Battle at the Ministry
• Dumbledore’s Revelation
• The Aftermath
• Back to Privet Drive

Harry Potter und die wahrhafte Brillanz der intriganten Raubkopien

Ein Tag ist bereit die Welt zu verändern. So klischeetrieben es verlauten mag, so dumpfinnig und perfide es immer zu hören ist, der kommende Samstag wird sich als vorläufiges Ende einer ganzen Ära definieren, und in guten, wie in schlechten Zeiten ein meistgehütetes Geheimnis in die Welt entsenden. Meistgehütet seit den schlussendlichen Tagen und Nächten vielleicht nicht mehr, ist es ein grobes Fäulnis der Raubkopierer und Bücherklauer, die „Harry Potter and the Deathly Hallows“ schon vorig in das Internet entsandten und den Hype nur noch mehr aufbauschten, statt verstecken zu vermochten. Nun denn, der Zauberlehrling kämpft erneut mit den Bösen, dieses Mal in der modernen Geschichte, jene die Hexerei und Zauberei als verwerflichen Humbug abtun, die leichthin vielleicht Filme sich zu Gemüte führen, wahrlich aber nie der Realität auf die Schliche komme. Geheimnisvoll gibt es neuerdings das abfotografierte Buch, in .jpeg die Bit-Torrent-Anfragen unsicher machend und Potter-Fans zum illegalen Weg treibend.

Dabei ist der lustlose Beweggrund zur verbotenen Seite der Macht, schon Anakin wusste es genau, immer der nächstliegende, immer der frischere, immer der erfolgversprechende. Nichts genaues weiß man nicht, die Wahrheit dahinter steckt in menschlicher Neugierde und allenfalls Dummheit, all die Informationen für wahr zu nehmen. Jedenfalls ist es das Erscheinungsbild eines realen Bildnisses, und es erscheint natürlich real, es erscheint als Fragment eines abfotografierten Bildes, und jeder wird einmal im Leben ein jenes in der Hand gehalten, den PC nachfolgend zum Zoom verwendet haben. „Harry Potter and the Deathly Hollows“ mag Joanne Kathleen Rowlings letztes Ergebnis jahrelanger Qualen um fiktive Zauberschulen sein, das Ende jedoch findet in anderen Köpfen statt und Lebendigkeit allein in fahrigen Gehirnwindungen ihrer Leser. Leser, die die Unterscheidungen zwischen Interesse und Wahnsinn, unlängst dem wahnsinnigen Lord Voldemort gleichend, ausgiebigst vor einiger Zeit überschritten haben.

Eine klare Antwort, inwiefern die Schnipsel, oder eher des kompletten Buches mit jenen der Online-Fassungen übereinstimmen, kann in diesen Minuten und Sekunden vor Auslieferung nicht gegeben werden, die Enttäuschung kann laut werden, für all diejenigen, die bereit waren Umwege in Kauf zu nehmen, nur des Witzes wegen bereits Freitagabend alle Todeskandidaten zu offenbaren. Ein verratenes Stück eines Fanfiction-Autoren mehr eingestreut oder beileibe wirklich Rowlings Widerhaken? Ein Faktum steckt durchaus hinter der Schmökerlehre: angeblich der Fake, sieht er erstaunlich echt aus. Doch es gibt weiters ein Photoshop, es gibt unendlich viele Möglichkeiten Kopien zu verzetteln, auch dem PC den letzten Reiz abzugewinnen. Echt ist in Zeiten einer technischen Revolution, die Kopien lebendiger Säugetiere in wenigen Handgriffen zaubern kann, ein unwirkliches Schicksal geworden. Echt ist das Leben, der Sog hinter dem Bildschirm dagegen voll manipulativer Möglichkeiten, die nur auf den richtigen Fälscher warten.

Hauptsächlich stand das Buch dem Film lange Abseits entgegen. Mit „Harry Potter and the Deathly Hollows“ ändert sich dieses Gebilde endgültig, mit dem berühmtesten schreiberischen Werkstück dieses Jahrhunderts. Mit oder ohne falsche Finger, Rowling musste ein schwieriges Päckchen Ballast ertragen, und weiterhin tragen. Die Meinungen sind zur Spaltung aufgerufen.

Spoiler und Todesopfer des letzten Potter-Bandes (Keine bestätigten Meldungen)
Nachrichten über die Torrentschwemme
Analyse von Schriftsteller Michael Maar in der FAZ zum kommenden Ende

Hasen an die Macht

Vom Donner gerührt fahndet Frau Soraly seit langen, langen, unendlichen Jahren nach den lynchesken Kurzfilmen, besonders den fanatischen Teilen der Hasenfamilie, um eine geschlossenere Sicht auf den Himmelwährenden „Inland Empire“ zu erhalten. Öffentlich Unvermögens hatte der liebe Herr Lynch einmal vor ausgedehnten Internetjahrzehnten auf seiner Page die Filme publik gemacht. Problematisch stellte sich das direkte Herankommen an die guten Ein-Zimmer-Aufnahmen des leidlichen Hasenlebens nur heraus. Schadlos darf er jetzt weiterziehen, seine unveröffentlichte Doku propagieren, währenddessen übernimmt die Soraly wieder das fordernde Rad zum Verständnis. Sechs Fünfminuten-Takte des Endzeitdramas. Die Hasenfamilie live. (Vielen Dank an „Liveable“ für den Tipp)