Archiv für Mai 2007

Kiefer und ich

Frau Soraly liest Frau Gröner. Und weil Frau Soraly am 29. Mai eigentlich am liebsten an der „Blogsprechstunde“ mit Frau Gröner teilnehmen wollte, dies aber aufgrund skurriler Internetdifferenzen nicht konnte, friemelt sie seit geschlagenen zwei Tagen im Netz herum, um die Aufzeichnung zu ergattern. Das sie dabei ungewohnt hibbelig auf dem wackligen Bürostuhl auf und ab turnte vor unterdrückter Nervosität dürfte jetzt die allerwenigsten interessieren, außer sie hätte daraus einen Zusammenschnitt gebastelt. Dafür hätte sie aber das entsprechende Material, natürlich besitzt sie dieses nicht, benötigt. Also gibt’s nix, nur die Frau Gröner. Dafür darf sie sich jetzt schriftlich beschweren über die unglaublich Verdrossenheit die Frau Gröner an den Tag legte. Frau Soraly hatte die Frage „Welches sind die Unterschiede zwischen den Filmkritiken in Magazinen und denen auf deinem und auf anderen Blogs?“ so herrlich herbeigesehnt, stundenlang sich verschiedene imitierte Antwortmöglichkeiten ausgedacht und dann so was:

„Ich darf Filme mit Tom Cruise verreißen, nur weil Tom Cruise mitspielt. Ich glaube, in richtigen Zeitschriften muss man sich ein bisschen mehr Mühe geben. Was nicht heißt, dass ich mir keine gebe.“

Über die Widmung an Herrn Cruise (im offiziellen Skript nicht vorhanden, aber angefügt) wird sich jetzt vor allem die „Fernseherin“ freuen, Frau Soraly dagegen findet die Bearbeitung äußerst dünn und faltig, hatte sie sich auf kilometerlange, weite Gänge im ausfahrenden Filmkritikwissen von Frau Gröner gefreut. Kleinkariert möchte Frau Soraly anmerken, dass die Fragestellung sogar ein klein bisschen weiterging. „Auf deinem und auf anderen Blogs“, lautete es da groß in die Leinwand skalpiert, und nein, das folgende ist keine ausreichende Klärung dessen:

„Aber ich mag andere Kritiken durchaus. Ich empfehle immer Anthony Lane vom New Yorker oder Stephanie Zacharek von Salon.com. Und natürlich Roger Ebert.“

Verbarrikadiert wollte sich Frau Soraly ein paar deutschstämmige Wünscheleien zu Gemüte führen und wurde bitter klagend enttäuscht von den zwei Zeilen, wobei der Cruise doch schon eine bekommen hatte. Soviel mehr hätte Frau Gröners Liebling Kiefer Sutherland bekommen, der nur stumm die Braue heben, mit Glass und Zigarette in der Hand den Restaurantteller lehr gabeln müsste. Eines sieht Frau Soraly ein: per Chat ist die exakte Ausführung umständlich und nervtötend. Deswegen bittet sie hiermit um mehr Belastungsstoff für Heile-Welt-Abende, schaukelnde Stuhl-Rodeos und bügelfalten-freie Saft-Exkursionen. Bevor der Schlusssatz noch protzen kann leistet Frau Gröner hoffentlich einen Beitrag zur komischen Formulierung im wirren Schnell-Schreiben (obwohl bei Frau Soraly schlimmere Spiele entstanden wären). Thema „Beste Soundtracks“:

„Und so Larifarisoundtracks, wo alles drauf ist, wie „The Commitments“ oder „American Beauty“.”

Larifari findet Frau Soraly toll. Ist das bei Frau Gröner allerdings positiv oder negativ? Und überhaupt: „American Beauty“ Score oder Soundtrack? Also gesungen oder von Thomas Newman schwungvoll verwühlt? Oder gleich beides? Oder ganz was anderes? Oder war das schon die Hinführung zum „Blogine“-Themenkreis? Vermutlich denkt Frau Gröner dann genauso wie zwei Tage zuvor:

„Ha, was für’n Spackenkram!”

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Rachsüchtige Burger

Spider-Man-Burger

Vollkommen auf den Fastfood-Strang gekommen ist Frau Soraly bis heute nicht. Verständlicherweise kann in Notfällen der Burger-Store ihre Geschmacksnerven durchaus tangieren, streckenweise peripheriert sie die faden Knochen von Pommes Frites, durchgewühlte „Chicken Burger“ (Geldbeutel auf der verzweifelten Suche nach 1 € Münzen sieht danach ebenfalls püriert aus), erkältete „McNuggits“ und allerlei barrierenfreies Fettgedöns. Für besonders naturfreundlich oder magenangenehm hält sie das Zeug dagegen nicht, aber die elendige Eile hält selten vorm Feinimbisswagen. Derweil schreit sie nach dem hochnäsig gesunden Frühstücksempfang bestürzt auf, erblickten die Bilder des „Spider-Man-Burgers“ das erstarrte Angesicht der Welt. Fleischig im Pappcontainer gebündelt rekelt sich das weiche, zähe Käsewabbelzeug in der Kiste, gepappt mit Fleischkruste und dem spinnigen (die Rechtschreibprüfung dreht der Soraly gerade ein „sinnig“ an) Aufzug auf dem Außenleib.

Tatsächlich testete das französische Geschmackslokal „My Burger“ das gute Käseleibchen auf Herz und Nieren. Oder wie der Kenner sagt: Auf barbarische Tierentfremdungen und Salmonellengefahrenbehältnisse. Solch ein von weitem (genauer: vom befreiten, noch geschmacks- und geruchsneutralen Internet) gesehener Erguss der menschlichen Gefilde ist der Frau Soraly noch nie untergekommen. Exemplarisch für das Wesen des Burgers (für McDoof wäre das eine wahre Beleidigung) steckt die Zwischenscheibe Fleisch ziemlich heruntergekommen im unabkömmlichen Tobsuchtsanfall der Käseinitialen. In ihrem Bekanntenkreis kennt sie da sogar jemanden, der meinte, ein eigentlich knuspriger frittierter Hühnchen-Beutel-Burger hätte den Fischen an der Nordsee geschmacklich Konkurrenz bereitet. Das schafft der „Spider-Man-Burger“ unverändert schon im äußeren Zustand der Schachtel.

Nun ärgert sich die Soraly den gestrigen Artikeltitel „Spuckende Gallen“ schon verwendet zu haben. Und freut sich nebenbei über ihr Blog-Themengebiet. Burger-Kritiken wären so gar nicht ihr Ding.

Spuckende Gallen

Vor rollenden Augen, akuter Luftnot, panischen Überreaktionen aller Körperregionen kann sich die Soraly momentan nicht zurücknehmen. Erst musste sie Werner Herzogs Kampfansage, die schnelllebige 52-Filmstarke Retrospektive verdauen, dann Fatih Akins umwirbelnden neuen „Auf der anderen Seite“ und nun strampeln die Beine wieder unkontrolliert in Richtung „Filmfest München“.

„Cannes-Gewinner in München
Das „Filmfest München“ gratuliert Cristian Mungiu zum Gewinn der Goldenen Palme beim Filmfestival in Cannes. Wir freuen uns, dass Mungiu seinen Sieger-Film „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ beim „Filmfest München“ persönlich präsentieren wird.“

Bitte, möchte der hundeliebende Besucher Soralys ausgelebte Spucke von der Tastatur sammeln? (Damit steht wohl endgültig die Perspektive von 22. Juni bis 30. Juni fest)

Böllerlust

Frau Soraly mag den Herrn Boll bekanntlich (hatte sie das angemerkt?) nicht so gern. Der richtet sein Filme ungünstigerweise immer auf das Fabrikat, ähm, um der Suchanfragen willen, „Scheißhaus“ aus. Jetzt darf derweil angezweifelt werden, wie bestialisch das Wissen bei Frau Soraly immer wieder zu Uwe Boll rüber springt, oder ob sie denn ihre Meinung öffentlich sogar verbreiten darf, geschweige denn ihr die Spitzen des kulturellen Films so bekannt sind, dass sie mit Fug und Recht behaupten darf, der Herr Boll sei akut unfähig als Regisseur tätig zu sein. Klinisch tot dürfte die Frau jetzt „Six Feet Under“ verlegt werden. Keinen einzigen Grützenangriff des Schlagerfutzis aus deutschen Landen hat sie jemals auf der großen, kleinen oder sonstigen Größenverhältnissen angepassten, Leinwand, erlebt. Nebenbei möchte sie eine zierliche Information aber noch hinzufügen: Konnte sie auch nicht. Ja, ja, schon richtig gehört. Immer wenn sie den Mut empfand, war die Frau Soraly anderweitig verplant, und wenn die zwanzigste Wiederholung von „American Beauty“ anstand.

Jetzt weiß sie natürlich auch nicht, welche klare Bedeutung ihr eine Statistenrolle im neuen Boll „Far Cry“ (Egoshooter-Spiele-Verfilmung) bescheren sollte. Unklar ist ihr außerdem, ob Til Schweiger und Ralf Möller dem Ganzen so viel Pep verleihen könnten, dass sich der freudlose Statist weniger zu Plagen bereit fühlt. Überhaupt, eine Firma die „We’re Rolling Ltd.“ heißt und mit der „Boll Aktiengesellschaft“ (da wundert Frau Soraly an der Börse nichts mehr) kooperiert, wer erbringt da mehr Schaden? Preislich zweifelt sie an dem normalen Menschenverstand. 2500 Euro soll der Käufer flockig durch die Hosentasche für den idealistischen Auftritt berappen, munter nur für diese billigen Angebote:

  • Zugangsberechtigung für eine Person zum Filmset an maximal fünf Drehtagen (Im Zeitraum: 01.07. – 15.07.2007)
  • Einsatz als Statist an 1-5 Drehtagen, je nach verfügbarer Rolle
  • Die Verpflegung am Set ist für Sie kostenfrei!
  • Zugang zu Crewpartys, Filmstudios, Treffen mit Schauspielern oder Crew
  • Namentliche Nennung im Abspann des Filmes (Credit)
  • Übermittlung der Daten zu IMDB

Ihre Leserschaft kennt die Frau Soraly zumindest sehr genau. Deshalb bittet sie alle Küken mitzusteigern auf der „eBay“-Platform. Bewusst veranschlagt sie den heutigen Tag als Fluchbringer, damit der 03.06.07, 21:32:57 Uhr rot kariert in den Kalender übernommen werden kann. Sollte die rechte Zeit für „Alone in the Dark“ bereitwillig bevorstehen?

Knacker vom Dienst

Heute ist die Soraly ganz besonders stolz auf ihre vielfältigen grauen Gehirnzellen, die sich in radikaler Weise um die Schifffahrt WordPress.com und Co. lagen. Schockiert fasste sie sich zu Beginn des Tages an die Brust und erschrak gedemütigt. Eine seltsame Aura muss sie umschlungen haben, schleppten Systemadmins ihren Körper ab, legten ihn zum wohl gelebten Arbeitshimmel hinab, zur Produktionsküche, damit das Handwerk exakt bearbeitet werden sollte. WordPress kam in den Clinch, gebündelt und gefesselt, fand den Weg in die esoterische Klapse des arbeitsritualichen Internetgeistes. Gesperrt, verpackt im Schutze unerwünschter Zugriffe, die schönste Bezeichnung für bewilligte, Meinungsbildende, Veranlassungen konnte das liebliche Wesen der Soraly, zockte sie minimal in genährten Pausen das Feld ab, keine Beiträge in die Bearbeitung schicken. Mühe und Lohn blieben ihr im heimsuchenden Spiel verwehrt, das Kind in der Frau durfte heulend in der Ecke sitzen. Verzweifelt musste sie den halbjährlich anwährenden Clou in die Sehnsuchtsheißende Finsternis senden.

Umgangen hat sie so vielfältig, wie selten gezählt. Grob fahrlässig, bla bla. Erfrischend befreit hat sie karikiert, gezeichnet, den Fluchtplan ins Weltall gesendet. Aliens halfen ihr, das rote Wiesel, das Feuer im Text, das proxierte Gewissen. Nun, der Reihe nach. Zielsicher klickerte sie sich auf das Laufwerk ihres weiterführenden USB-Sticks (schniekes Teil, siehe hier) half dem „Portable Firefox“ aus den gelatschten Püschen, schließlich ist Download ebenfalls verboten. Das bunte Menü wurde geboren, Proxy ausgehandelt, Punkte, Striche versehen, okeydokey versendet, Fuchsschen gedankt. Zur Rate zieht sie jetzt „ScribeFire“, wunderbar punktierte Extension im Mozilla-Universellem-Einsatzgebiet. Link versehen aus dem ausgesendetem „Metacrawler“ bastelt sie den neuen Account im feurigen Editor, der Angsthase in ihr versieht dem Treiben, chattet weiter. Freude kommt hoch, das Ding lädt, Beiträge, Seiten entstehen gewählt. Schreiben im Vollrausch glänzt in absoluter Klasse.

Zusammenfassend gelabert (Funktionsweise nur belegt, wenn WordPress.com mit „Metacrawler“ anonym geöffnet werden kann):

  1. Portable Firefox“ beispielweise von USB-Stick (bei der Unmöglichkeit zum direkten Download) auf die Festplatte laden
  2. .exe ausführen, den Anweisungen folgen
  3. „Firefox“ starten
  4. Im Menü „Tools“ auf „Options“, dann „Advanced“, „Network“, „Settings“
  5. „Manual proxy configuration“ mit Punkt versehen
  6. Eingabe: „HTTP-Proxy: 194.59.100.71“ und „Port: 80“
  7. „Use this proxy server for all protocols“ markieren
  8. „No proxy for:“ bleibt unverändert
  9. Menüfenster jeweils bestätigend schließen
  10. ScribeFire“ downloaden, abspeichern
  11. In „Firefox“ „Tools“ anwählen, dann „Add-Ons“
  12. Datei „scribefire__previously_performancing_for_firefox_-1.4.0.1-fx+fl.xpi” in „Add-Ons”-Menü schieben, installieren
  13. Firefox“ wird automatisch neu gestartet
  14. Button von „ScribtFire“ (Oranges Blatt mit Stift am unteren Bildschirmrand) anklicken
  15. Rechte Auswahlspalte im Editor, „Blogs“ anklicken
  16. „Launch Account Wizard“ verwenden
  17. Nicht direkte Blog-URL eingeben, sondern anomysierten Link von „Metacrawler“ (Suche des Blog-Namens dort, dann den Link von „Öffne Anonym“ kopieren und einfügen)
  18. „Next“-Button, Blog-System-Type als „Wordpress“ deklarieren
  19. „Next“-Button, Logindaten einfügen
  20. „Next“-Button, Warten, Informationen mit Klick auf „Next“ bestätigen
  21. „Finish“, hurra, nun kann wie immer im Editor geschrieben werden

Nicht das die Damen und Herren Leser das jetzt falsch verstehen mögen. Blogging in Work is Tabu. Sowieso. Sagt die Soraly ernsthaft erbost.

Stählerne Zahlen der Unzufriedenheit

Massiv aufgeräumt besteht dem Massenpublikum in der Sommerzeit vielfältiger Genuss von Freizeitmöglichkeiten in der Kinoatmosphäre. Im heißen Nirwana schlagen sich die Freunde der Unterhaltungskost auf Seiten des bloßen Blockbuster-Getümmels, dem wilden Bad von Spezialeffekten, herrlich übertriebenen Soundschnipseln und heldenhaft vermögenden Spaßdarstellern. Angeregt durch mildes Regenwetter bleiben sie in den schnippischen Kinosesseln, lassen sich im Frust oder der Lust von goldenem Popcorn begießen, lehnen die Beine für Momente der Unsorgsamkeit hoch. Eine Feier der Begehrlichkeiten könnte man diese Orgie taufen. Nur schwingt sich teilweise die heiße, schwüle Wärme durch die Zimmer und versaut den netten, aber arglos profitablen Kinobetreibern, den Vertrieb der nützlichen Einnahmequelle. So oder so ähnlich lauten die Regimente im amerikanischen Westen, die unter unerträglichen Wellen von Luftströmen leiden und lange Gesichter, oder teilweise Schnörkel nach unter, in Kauf nehmen müssen nach dem schwächer als erwarteten Memorial-Day-Wochenende.

Läppische 112.5 Millionen Dollar sprühten lediglich die Kassenbeschläge voll, dem ab nun Rekordhaltenden Vier-Tages-Sieger in der Karrieresprungleiter von 4362 Kinos, angemerkt seien die 110 Anlagen mehr im Vergleich zum Spinnelmannen 3. Plus 14 Millionen aus der Barschublade der Donnerstagnachteinweisungen messen die Werte 126 Millionen Dollar, erbärmlich der Vergleich in Richtung Teil zwei (135.6 Millionen), dem fix und fertigen Marsch an Rot geleckten Parkers (151.1 Millionen) und grünen Ogern (121.6 Millionen). Sauber gezogen muss das Hochland in der Karibik den rauen Luftfeuchtewerten nicht standgehalten haben. Menschen aller Welt sammelten sich in grünen Parks, grillten das Fett in Bradwürsten, sonnten die Terrassen, ihre eigenen Schönheit, wanderten an Strände. Nun, freie Wildbahn ohne das Mär von palmenschwingenden Matrosen kam auf, ein Startschuss der im Filmjargon als Nicht-existent gelten kann.

Weise Herren sprechen von einer katastrophalen Lage, Nachrichtenzeitungen titeln in abnormer Mühe den aufkommenden Schrecken. Sie decken das Wrack Hollywoods auf, das in diesem Sommer genauso wenig funktionieren sollte, wie in Zeiten davor. Gerne erblickt die „Enttäuschung“ das Licht, der „Reinfall“, das tiefe Sinken nach hohen Märschen. Männer, ist der Vergleich notwendig? Ein Kräftemessen in Monaten der leidenschaftlichen Mordbekundungen unter Verleiherstudios? Sie rammeln so gegenseitig die Seiten ein, dass das Blickfeld auf Erfolg, neuerlich gefangenen nehmende Projekte, den Fortsetzungswahn, verschwimmt, der Moment des erweiterten Marketings, der DVD-Verkäufe, Merchandising-Fälle, erst in nahen Monaten nach Kinostart eine Rolle spielen wird. Unter Bloggern schätzt der Schwanzvergleich den Vorlauf, im Dschungel Amerikas die Wochenendmessungen. Auf ein Fortkommen in „Oceans 13“, „Harry Potter 5“, „Transformers“.

Fernsehen in Monokultur

Ein weiteres Brimborium der soralyischen Wunschkiste im „Wer wird Millionär?“ -Alltag scherte sich des gestrigen Abends an freie Luftplätze. In begeisterter Montur festgefroren empfing sie die Prominenz der Prominenz ins heimische Wohnzimmer und bestaunte die bunte Wissenswelt in Fragen des gebührenden Nonsens. Schicklich haderte sie da den Kandidaten, Dieter Bohlen, Jürgen von der Lippe, Silvana Koch-Mehrin und Cordula Stratmann, nach, deren Einkünfte in Zahlenkunde („neunundneunzig“ hat, höchst trivial aufsteigend geordnete, wie viele Buchstaben der Sorte n, d, e und u?), ländlichen Gefällen (Kiel? Oben?) und Tiererrungenschaften (afrikanische Elefanten mit Schwanzflosse). Die Soraly würde gerne behaupten der abgefragte Bereich hätte ihr sonderlich gut zugetan, die Diplomierten (ausgeschlossen Herr von der Lippe) wären vor Schmach am Boden gelegen, vor solch geballter CeReality-Power. Aber nichts da, kein Hut ab vor ihren einsichtigen, Müsliriegel-Gestärkten Ausschweifungen. Für die „neunundneunzig“ hätten ihr vermutete neunundneunzig Sekunden gefehlt, die Schwanzflosse hätte sie auf Bahn vier eingeordnet (wer soll denn ernsthaft an keine denken?). Vor Stolz geschwellter Brust darf sie geringstenfalls das Kiel-Lager auf ihrer Ansichtskarte notieren.

Aufgabengebiettechnisch verzeichnete sie im Winde filmische Fragestellungen, die sie, da darf die Soraly aber hochmütig protzen, alle korrekt manifestiert im weisen Gehirn vorfand. Schlau in den Perlenfängern weiß sie bis heute John Williams’ Errungenschaften, kann Sly von Tom unterscheiden (bemitleidete in jedem Falle aber die Gleichheit im geburtstagslichen Ritus mit Bush) und herrscht über die griechische Sprachbarriere. Alle Fragen (Otti Fisher wegen vermeintlicher Unwichtigkeit und zu schneller Tippfolge gestrichen) der böswilligen Maschinerie setzte sie ab. Für Spielwütige streicht sie sich die Antworten aus den verbarrikadierten Fragestellungen, die bei 64.000 € eine gewisse Einfachheit gegenüber den skurrilen Formulierungen vorheriger Preisstufen boten und kauert im Zug für eine bessere Welt der Publikumsstimmen. Die boten sich nämlich schlau an.

Als höchst erfolgreich kann man John Williams bezeichnen, denn er brachte es auf bislang 45 …?
a. Bilder im Louvre
b. Boxweltmeisterschaftstitel
c. Oscar-Nominierungen
d. Jahre als NATO-Chef

US-Präsident George W. Bush wurde am selben Tag geboren wie der Darsteller von …?
a. Forrest Gump
b. Mr. Bean
c. Captain Kirk
d. Rambo

Wo steckt der Herkunft nach wortwörtlich „Bewegung“ drin?
a. Kino
b. Konzert
c. Stadion
d. Theater