Archiv für Juli 2013

Kritik: Frances Ha

Kinostart: 01.08.2013

Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Noah Baumbach, Greta Gerwig
Darsteller: Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Grace Gummer, Daiva Deupree, Isabelle McNally, Justine Lupe
Laufzeit: 86 Minuten
Verleih: MFA+ FilmDistribution e.K.

8/10 Punkte

Kritik: Schließlich trägt die große Greta Gerwig ein seltenes Juwel unter der abgestandenen Fassade des Mumblecore hervor, in dieser sprühenden Parabel einer unsicheren und doch spielerischen Generation, die ihre Zuflucht im Träumen findet. Tatsächlich hypnotisiert „Frances Ha“ durch seinen Charme und eine Protagonistin, die so einzigartig, so wunderbar schillernd mit Fehlern behaftet ist, so bestimmt nach einer Limonade in einem Garten voller Zitronen sucht, dass wir eine kurze Überdosis dieses Lebens teilen möchten.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.

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Kritik: Upstream Color

Titel: Upstream Color
Regie: Shane Carruth
Drehbuch: Shane Carruth
Darsteller: Amy Seimetz, Shane Carruth, Andrew Sensenig, Thiago Martins, Kathy Carruth, Meredith Burke, Andreon Watson, Ashton Miramontes, Myles McGee, Frank Mosley
Laufzeit: 96 Minuten

8/10 Punkte

Kritik: Wo andere gerne scheitern, brilliert Carruth. Als Inbegriff des modernen Auteurs kontrolliert er nicht nur Regie und Schauspiel, sondern fungiert ebenso als Drehbuchautor, Produzent, Bildgestalter, Komponist und Cutter. Mit gottähnlicher Kontrolle, die schon den Versuchspersonen anhaftet, stiehlt sich Carruth als Schöpfer und Untersucher einer einzigartigen filmischen Welt davon. Indem „Upstream Color“ sich selten als gefällig oder originell wahrnimmt, wirkt er wie pures Kino; ein Tor zu einer bekannten, aber neuartigen Erzähltechnik, die auf ihre Weise funktioniert.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.

Kritik: La Grande Bellezza – Die große Schönheit

Kinostart: 25.07.2013

Regie: Paolo Sorrentino
Drehbuch: Paolo Sorrentino
Darsteller: Toni Servillo, Carlo Verdone, Sabrina Ferilli, Carlo Buccirosso, Iaia Forte, Pamela Villoresi, Galatea Ranzi, Franco Graziosi, Giorgio Pasotti, Massimo Popolizio
Laufzeit: 142 Minuten
Verleih: DCM Film Distribution GmbH

7/10 Punkte

Kritik: Sorrentino schafft gekonnt den schmalen Grat zwischen Epos und subtiler Satire. Für alle Liebhaber von Schönheit und leichter Melancholie der ideale Film an lauen Sommerabenden, jenseits der Blockbuster im altbekannten Sommerloch. Obschon es der eigentlichen Handlung letztendlich an direktem Zusammenhang und nötigem Biss fehlt und Sorrentinos ursprüngliche Kritik ein wenig ihr Ziel zu verfehlen scheint, sind allein die bezaubernde Kinematographie und die skurrilen sowie geistreichen Dialoge einen Abstecher ins nächste Kino wert.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.

Kritik: Stoker

Kinostart: 09.05.2013

Regie: Park Chan-wook
Drehbuch: Wentworth Miller, Erin Cressida Wilson
Darsteller: Mia Wasikowska, Nicole Kidman, David Alford, Matthew Goode, Peg Allen, Lauren E. Roman, Phyllis Somerville, Harmony Korine, Lucas Till, Alden Ehrenreich
Laufzeit: 99 Minuten
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

5/10 Punkte

Kritik: Nur da India und Charlie Stoker gemeinsam in die Zukunft treiben, bewegt dieser Film eine Ahnung des Dunklen und Originellen. Doch schon treffen wir wieder auf die erste wundersame Sequenz der meuchelnden India, breitbeinig mit einem Gewehr in den Händen; ein Motiv, das Park Chan-wook zu genießen scheint. Und in den Gesten makelloser Handwerkskunst schwingt noch immer ein zutiefst leerer Film, in dem Handwerk und Manipulation lediglich Selbstzweck sind.

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Kritik: Passion

Kinostart: 02.05.2013

Regie: Brian De Palma
Drehbuch: Brian De Palma, Natalie Carter
Darsteller: Rachel McAdams, Noomi Rapace, Karoline Herfurth, Paul Anderson, Rainer Bock, Benjamin Sadler, Michael Rotschopf, Max Urlacher, Dominic Raacke, Trystan W. Putter
Laufzeit: 100 Minuten
Budget: 30.000.000 $
Verleih: Ascot Elite/24 Bilder

3/10 Punkte

Kritik: Das Spiel der doppelten Identitäten sorgt ohnehin mit fortschreitender Laufzeit für Amüsement gegenüber diesen allzu monochromen Charakteren, die ein Motiv für ihre Taten suchen müssten, wenn es nicht aus Freude an der Langeweile passiert. Mit Fantasie und überhöhter Interpretation ist „Passion“ wenigstens eine Schau für Haute Couture; und vom Schuhfetisch zu Sadomaso sowieso nicht weit. Schauderlich verkommt dann eher die Kombination mit Pino Donaggios Score, der tief in der Trickkiste von erotischen Thrillern der Achtziger unfreiwillig absurde Klänge bedient.
Da stellen wir fest: Es war schöner, als Brian De Palma statt seiner selbst wenigstens noch Alfred Hitchcock zitierte. Denn zumindest die Ausgangslage versprach Qualität.

Die vollständige Kritik findet Ihr hier.