Archive for the '– feste' Category

Demnächst

Im Zuge des „Asia-Filmfest“ bleibt es bis zum Abschlussfilm „Triangle“ kommenden Donnerstag auf „CeReality“ ruhig. Bis dato darf aber durchaus vor Freude mit Zähnen gefletscht werden. Nach der kurzen Zwangspause werden Kritiken zu dem bombastischen Anime-Action-Mär „Vexille“, der asiatischen Traumnovelle „Ploy“, des luftig süßen Generationenporträts „Strawberry Shortcakes“, sowie des Hong-Kong-Michael-Bay „Invisible Target“, der verzückenden Sci-Fi-Romanze „I’m a Cyborg but that’s OK“, Bai Lings ausufernden Erotikgestirn „Shanghai Baby“, einer kühlen „Brokeback Mountain“-Variation in „Eternal Summer“, Johnnie Tos „Eye in the Sky“ und dem Historienepos „A Battle of Wits“ aufschlagen.

Wenn man so will als zusätzliches Schmankerl: der als Überraschungsfilm dotierte „My Blueberry Nights“ von Wong Kar-wai unter dem Bestand eines Road-Movie leicht asiatisch angehaucht, wenn auch mit Norah Jones, Jude Law, Natalie Portman, Rachel Weisz und David Strathairn durchaus typisch amerikanisch.

Die summenden Klänge des Kim Ki-duk Oeuvres der Retrospektive schließen den Kreis. Besprechungen folgen zu seinem rohen Erstling „Crocodile“, der melancholischen Bezaubertheit „Frühling, Sommer, Herbst, Winter … und Frühling“, einer weiteren Poesiemelangerie „Bin Jip“ und seinem neusten Werk „Breath“. Restliche Werke des Meisters erfahren Kurzkritiken.

Asia-Filmfest 2007

Asia Filmfest

Eine Kreuzung, zwei Wege: In dunklen Grenzgebieten des Münchener „Asia-Filmfests“ lauern sie alle, warten sie hoffnungsvoll, starren angriffslustig, beäugen Spieldrang, faszinierende Gewalt in den Wogen der Spezialeffekte. Mal steril, mal arm, mal herzerfreut und doch immer mit einem Hohn für die andere Seite – dort, in Hollywood, wo Innovation fahrlässiger Konstruktion gewichen ist. In den Landen um die Welt des Asiatischen begegnet selbst der dumm Verkaufte einer unendlichen Fantasieparade. Hinter lichterlohem Glanz steckt so vieles, so manches unerwartete, aber eines sicher: Film. Davon bietet das vierte „Asia-Filmfest“ vom 25. Oktober bis 1. November eine vergnügliche, muntere und absonderlich viel versprechende Liste, die nicht nur wohlige Schauer sendet.

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Warum Ang Lee kompliziert, der Löwe verwildert und asiatischer Stäbchenschmuck sexistisch ist

Ein Resümee des abgelaufenen Filmfestivals in Venedig, des Siegers Ang Lee und seiner Chancen in amerikanischen Girlanden.

Filmfestspiele Venedig

Sollte der Binsenweisheit „Sex sells“ nach Ang Lees proletarischen Spiel mit der offenherzigen Zurschaustellung menschlichen Fleisches in „Lust, Caution“ („Gefahr und Begierde“) Recht gegeben werden? Oder sorgt der erotische Spionagethriller für eine frische Prise im politischen Dschungel von Venedig? Denn eines ist gelaufen: die 64sten internationalen Filmfestspiele am Lido flogen im Winde des laufenden Festivals im kanadischen Toronto davon. Unsereins bleibt träge hinter den leise Ausgezeichneten zurück, auch mit neben liegender Tatsache, Venedig zwischen Cannes und Berlin trabend vorzufinden. Für Filmfreunde aller Welt sinken die drei europäischen Felder mehr und mehr zu einen Nebenkategorie amerikanischer Partner zusammen. Nicht der „Oscar“ oder „Golden Globe“ spurten haushoch davon, die kleineren Vertreter in dem von Robert Redford organisierten „Sundance Film Festival“, den Freunden in Chicago mit dem „Chicago International Film Festival“ und Robert de Niros „Tribeca Film Festival“ sind es, die Relevanz erzeugen. Vielleicht spielt ihr Beiname „Film Festival“, „International Film Festival“ die ausschlaggebende Rolle, dass ihre Gewinner weiters Gewinner bleiben und nicht im europäischen Filmsumpf untergehen.

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Flotten Schrittes von Venedig nach Toronto

Soeben wurden die Gewinner der „Internationalen Filmfestspiele von Venedig“ gekürt. Ein längerer Artikel hallt den zwei Zeilen dieses Schnipsels in den nächsten Stunden nach. Wie folgt, die Ausgezeichneten:

Goldener Löwe: „Lust, Caution
Silberner Löwe – Großer Preis der Jury: „I’m not there“ und „La Graine et Le Mulet
Silberner Löwe – Beste Regie: Brian De Palma, „Redacted“
Beste Darstellerin: Cate Blanchett, „I’m not there“
Bester Darsteller: Brad Pitt, „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“
Marcello-Mastroianni-Preis – Bester Nachwuchsdarsteller: Hafsia Herzi, „La Graine et Le Mulet“
Osella – Beste technische Leistung: „Lust, Caution
Osella – Bestes Drehbuch: „It’s a Free World
Goldener Löwe – Ehrenpreis: Nikita Mikhalkov

Ausgelaufenes Revue in den letzten Säbeln des Filmfest-München

Eine Woche voller verschwommener und herrlicher, manches Mal entzückend langweiliger oder zäher Erlebnisse, liegen hinter Frau Soraly und dem 25. Filmfest München, einer ganzen Reihe von 19 Filmen, einem prall gefülltem Kalender der Kritikermaschinerie. Sie arbeitet, man glaubt es kaum, sieht es aber deutlich, noch immer an einigen Stücken der neusten Filmgeschichte, die das Rückrat besitzen die Soraly noch ein bisschen länger auf Trapp zu halten. In die Fänge gerieten ihr in dieser Woche der 8 Tage schöne, ausgezeichnete, furztrockene, mittelmäßige, erschreckende, grauenhafte, vermaledeite und zähe Brocken aus einer ganz eigenartigen Palette aller Länder des Erdballs (gut, fast aller).

In ihren wilden Schuhen traf sie auf weitaus unbekannte Stelzen des amerikanischen Reiches, sowohl Israel, als auch die Deutschen ließen den Gang auf den roten Teppich jedoch auch nicht scheuen, sie jubelten und klatschten Frau Soraly zu, die vor lauter Glück ganz und gar den schreibenden Stift vergaß. Hinfort mit den Autogrammen oder Fotografien (weder digital noch analog ist sie reichhaltig ausgestattet). Wenigstens lauschen konnte sie ihnen, und das oft genug und ausführlicher, als mehrmals von Nöten gewesen wäre. Anfänglich strahlte sie wie ein Müsliriegel, beim Anblick Werner Herzogs („Rescue Dawn“) eine Reihe weiter vor ihr, später brannten ihre Finger vor der Güte des Megatalents Eran Kolirin und dessen drei Darsteller des Polizeiorchesters („The Band’s Visit“). Eine Nacht später kam der Höhepunkt, der skurrile, passend zum obskuren Rhythmus der „Lynch“-Dokumentation über David Lynch. Nicht nur der Produzent gab seine jugendliche Präsenz zum Besten, nein, im direkten Marsch gab es eine Telfonschaltung zum Regisseur „blackANDwhite“ in Lynchs persönlichem Haus. Leider, beileibe einziges Manko, Herr Lynch persönlich arbeitete in jenem Moment nicht daheim am Lagerfeuer.

Die Runde sprang weiter um. Weiters begegnete Frau Soraly vielen Regisseuren, den Mannen und Frauen rund um ihre Filme, Ishai Setton („The Big Bad Swim“), die putzige Linda Hattendorf und Produzent Masahiro Yoshikawa („Mirikitanis Katzen“), den labernden Produzenten Simon Finch („Death of a President“), irgendwo gesehen den Herrn Regisseur Ronald Bronstein („Frownland“), fluchtartig allerdings nicht bei der internationalen Premiere begrüßt, Richard Linklater im Vorbeilaufen, William Friedkin („Bug“) in hautnaher Gestalt vor und hinter der Soraly, im Zuge eines nicht mehr anwesenden Mika Kaurismäki nur Produzent Uwe Dresch oder Marco Forster (sie ist sich nicht sicher) und Cutter Oli Weiss („Sonic Mirror“). Zwar aufgefangen als geheimer Höhepunkt ihrer Streptokokkenattacken ist ihre Weit-Weit-Weg-Sichtung von Christina Ricci jedoch sehr, sehr schwach ausgefallen. Ein paar beiläufige Worte gab es, keine Chance auf Fotomobile oder Postkartengrüße jedoch, nur der Bodyguard, ja den hätte man zur Rate ziehen können.

In ihrer nachhaltigen Internetrecherche merkt sie gerne noch ein winziges Detail an: zwei Filme, ausgerechnet zwei gute, ließen nach dem Abspann beiläufig ein weiteres Licht blicken. „Delirious“ und geradewegs des Exorzisten Sohn „Bug“ lieferten zwei Sequenzen noch nach. Wenigstens kann Frau Soraly voller Stolz berichten, jene nachgelesen zu haben. Auf ein nächstjährlich bebildertes Festival, heißa.

[Kritiken zu folgenden Filmen bereits verfügbar:Amazing Grace”, „Auf Anfang”, „Black Snake Moan“, „Bug”, „Delirious”, „Die Liebe in Mir“, „Frownland”, „Lynch”, „Rescue Dawn”, „Smiley Face”, „The Band’s Visit”, „The Big Bad Swim”, „The Lookout“, „You Kill Me”.
Nachgereicht werden:„Death of a President“, „Mirikitanis Katzen“.
Ohne weitere Beachtung entfallen: „Sodom Carnaval“, „Sonic Mirror“, „The Optimists”.]

Grußandenken Live

Frau Soraly bloggt live, vollkommen live vom Ball, vom Filmfest-München. Gemütlich rekelt sie sich momentan, in Vorbereitung auf ihren nächsten Film, Mika Kaurismäkis „Sonic Mirror“, im Gasteig, bis sie dann endlich Einlass in den Carl-Orff-Saal finden darf. Hervorragend darf angemerkt werden: die Verbindung steht 1a und ohne Schnörkel kostenlos zur Verfügung, nennt sich bereitwillig sogar „Filmfest-Openaccess“. Das freut Frau Soraly und ihre fleißige Kritikerhand, die gerade an „Mirikitanis Katzen“ und „Frownland“ ihre unschuldigen Finger auslässt.

Fotoverzerrungen

In Wirklichkeit, schwört Frau Soraly nach dem gestrigem Live-Seh-und-Hörgenuss, sieht er doch eigentlich ganz nett aus, der Werner Herzog.

Werner Herzog